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Franz König

Pro Oriente

Archimandrit

[Archimandriten]

Der Begriff „ἀρχιμανδρίτης“ („Archimandrites“) stammt aus dem Griechischen und heißt wörtlich übersetzt „Anführer (oder Hüter) des Schafpferches“. Dabei handelt es sich um einen Titel der Kirchen der byzantinischen Orthodoxie, welcher in etwa jenem des mitratragenden Abtes eines römisch-katholischen Klosters entspricht. In den Ostkirchen tragen die Äbte den Titel Archimandrit. Er kann aber auch verdienten zölibatären Klerikern als Ehrentitel verliehen werden. Der Archimandrit steht in der russisch-orthodoxen Kirche sogar eine Stufe über dem Hegumen (Titel des Abtes). In den katholischen Ostkirchen verwendet man außerdem den Titel „Protoarchimandrit“; höhere Obere bestimmter ostkirchlicher Ordensgemeinschaften werden so genannt. Zudem wird dort der Titel „Großarchimandrit“ verliehen. Er stammt wahrscheinlich aus einer Praxis, in der bedeutende Äbte auch Vorsteher mehrerer Klöster sein konnten. In der griechisch-orthodoxen Kirche tragen alle Äbte, insbesondere diejenigen vom Hl. Berg Athos, den Titel Archimandrit. Der Titel wird vom Patriarchen, Metropoliten oder Bischof in einer liturgischen Zeremonie verliehen, indem der Bischof über dem Kandidaten ein Gebet spricht und ihm sodann Brustkreuz, Epigonation (ein rautenförmiges liturgisches Kleidungsstück, das an der rechten Knieseite getragen wird) und den Abtstab überreicht. In der slawischen Tradition tragen die Archimandriten zudem eine Mitra, allerdings ohne das kleine Kreuz auf deren Scheitelpunkt, wie es für Bischöfe üblich ist.