GLOSSAR
| Datensatz: 1 - 7 von 7 Einträgen |
Seite 1 |
|
Gregorianischer Kalender [Gregorianisch, der gregorianische Kalender, gregorianisch] Als erster bemerkte Beda Venerabilis im 8. Jh., dass sich die astronomischen Frühlingsäquinoktien wieder in die Zeit vor dem 21. März verschoben hatten. Diskutiert wurde darüber erstmals 1215 auf dem vierten Laterankonzil. Aber erst Ende des 16. Jh.s war es nach den Berechnungen von Nikolaus von Kues, Regionmontanus, Nikolaus Kopernikus und den Späßen des deutschen Mathematikers Adam Riese in gelehrten Kreisen Europas ein offenes Geheimnis, dass der Kalender um mehr als 10 Tage vom astronomischen abwich. Doch wagte es zunächst niemand, sich dieser Herausforderung zu stellen. Erst der große Reformpapst Gregor XIII. (1572 – 85) ließ neben vielen anderen Reformen (Jesuitenmission in Japan und China, Gründung der Päpstlichen Universität Gregoriana, Statut für die italo-albanische Kirche, Edition des Canon Iuris Canonici u.a.) auch die Kalenderfrage klären und den Julianischen Kalender durch den „Gregorianischen“ ersetzen.
Man wusste, dass 1596 der dritte große Osterzyklus (3 x 532 Jahre) zu Ende ging. Daher korrigierte man den kleinen Fehler des Julianischen Kalenders dahingehend, dass man auf die Einfügung des 366. Schalttages in den Jahren der Jahrhundertwende (1700, 1800, 1900, 2100, 2200) verzichtete, sie aber alle 400 Jahre beibehielt 1582 folgte auf den 4. Oktober der 15. Oktober statt des 5. Oktobers (). Von Luigi Giglio kam die Idee, einfach 10 Tage wegzulassen! Kepler und Newton waren vom wissenschaftlichen Standpunkt aus damit einverstanden.
Es sollte jedoch mehr als 100 Jahre dauern, bis sich außerhalb der südeuropäisch katholischen Welt die neue Kalenderrechnung durchsetzte. Das anglikanische Großbritannien, das protestanti-sche Deutschland, Dänemark und Schweden wehrten sich lange dagegen, den neuen Kalender einzuführen, obwohl er nur eine technische Verbesserung bedeutete. Erst im 18. Jh. stellte man im Norden um. In Russland und im Osmanischen Reich blieb der neue Kalender bis 1918 bzw. 1928 außer Gebrauch, weil man der eigenen Tradition den Vorzug ...
Julianischer Kalender [Julianisch, der julianische Kalender, julianisch] Nach seinen Aufenthalt in Ägypten wurde 46 v. Chr. der römische Politiker und Feldherr Julius Caesar zur großen Kalenderreform angeregt, die er ein Jahr später durchführen ließ, weil der alte römische Mondkalender längst nicht mehr mit den Tatsachen des Sonnenjahres übereinstimmte. Er stellte den römischen Kalender nach ägyptischem Vorbild auf das Sonnenjahr um und kombi-nierte die ägyptische Wochenzählung mit der altrömischen Monatszählung, wobei er den Mona-ten neue Namen gab, darunter seinen eigenen für den siebten Monat des Jahres, was seinen Nachfolger und Erben Augustus veranlasste, es seinem Großonkel und Adoptivvater gleichzutun und sich den achten Monat zu reservieren. Kaiser Commodus versuchte ähnliches nochmals Ende des 2. Jh.s, doch setzten sich seine Pläne nicht durch.
Caesars Reformen im Einzelnen betreffen die Jahreseinteilung: er schuf das Jahr mit 365 Sonnentagen, dem alle vier Jahre ein 366. Schalttag hinzugefügt wurde (alle durch vier teilbaren Jahre!), um das Sonnenjahr mit dem astronomischen Jahr im Gleichgewicht zu halten. Caesars Beratern war die Fehlberechnung von 11 Minuten 13 Sekunden genauso bewusst wie die Tatsache, dass sie das tropische und das siderische Jahr (um 21 min 9 sec länger) aufeinander abstimmen mussten, doch bedeutete die Umstellung auf zwölf Monate ohne Schaltmonate oder ohne die fünf Schalt-tage (des griechischen und orientalischen Kalenders) einen Einschnitt, der groß genug war, um eine Genauigkeit herbeizuführen, die bislang unbekannt war. Deshalb unterließen sie die letzte Konsequenz, war doch der Julianische Kalender allen Berechnungen seiner Zeit an Genauigkeit überlegen und zudem der Kalender des Imperiums, was seine allgemeine Verbreitung in ganz Europa zur Folge hatte.
Das hatte zur Folge, dass der Julianische Kalender nach etwa 128 Jahren – also im Jahr 83 n. Chr. (je nachdem, wie man die Fehler von Exiguus bewertet!) – an den Frühlingsäquinoktien wieder um einen Tag vom astronomischen Kalender abwich, was sich ...
Kamilavka [Kamilawka] Kopfbedeckung der orthodoxen Priester in schwarzer bzw. schwarz-violetter Farbe.
Mitra Kopfbedeckung orthodoxer Priester mit Edelsteinen und Ikonen.
Osterdatum [Ostern, Osterrechnung, Osterfest] In der jüdischen Tradition war der Kalender nach babylonischem und ägyptischem Vorbild das entscheidende Merkmal, um die eigene kulturelle Wirklichkeit in ihrer Dauerhaftigkeit nicht nur zu untermauern, sondern auch gegenüber anderen Traditionen zu betonen. Dabei spielte bei den Juden wie im Orient (nicht aber in Ägypten, das sich nach dem Sirius-Stern ausrichtete) die Beobachtung der Frühlingsäquinoktien eine besondere Rolle, um dem eigenen kollektiven Gedächtnis einen Fixpunkt zu geben. Man legte das Pesachfest auf den Tag des ersten Frühlingsvollmondes fest (er wurde und wird immer am 14./15. Nisan gefeiert). In Jahren mit einem Schaltmonat steht der zweite Adar dazwischen, um den Mond- und Sonnenkalender im Gleichgewicht zu halten (das somit alle drei Jahre hergestellt wird, weil das normale Mondjahr 355/356 Tage hat, das mit dem Schaltmonat 384/385).
Von dieser Tradition trennten sich die Christen 325 auf dem Konzil in Nizäa bewusst, als sie den Sonntag, der dem Frühlingsvollmond folgte, als Osterdatum fixierten. Zuvor gab es unter ihnen verschiedene Auffassungen: die Judenchristen bevorzugten die jüdische Tradition, die Christen in Ägypten wollten den 7. April (den Todestag Christi, Ostersonntag wäre dann der 9. April) als fixes Osterdatum und die Christen im übrigen Reich bevorzugten den Sonntag nach dem Vollmond (daher nannte man sie dominicales).
Aus diesem Beschluss hatte sich die Osterrechnung abgeleitet, die zwischen 22. März und 25. April 35 verschiedene Osterdaten zulässt, aber wegen der Fixierung nach dem Vollmond im Frühling keine Wiederholung des Osterfestes innerhalb von 365 Tagen möglich war! Zugleich war dadurch einigermaßen garantiert, dass der christliche Festtag nicht mit dem jüdischen Pesachfest zusammenfiel.
Im 5./6. Jh. entstanden die „Ostertafeln“ (computus paschalis), wobei noch einmal die Mathematiker des Niltales aus dem Schatz ihrer jahrtausende alten Kenntnisse schöpfen konnten (dass jeder Sonnenzyklus 28, der Mondzyklus 19 Jahre ...
Vienna Christological Formula [Christological Formula] We believe that our Lord and Saviour, Jesus Christ, is God the Son Incarnate; perfect in his divinity and perfect in his humanity. His divinity was not separated from his humanity for a single moment, not for the twinkling of an eye. His humanity is one with his divinity without commixtion, without confusion, without division, without separation. We in our common faith in the one Lord Jesus Christ, regard his mystery inexhaustible and ineffable and for the human mind never fully comprehendible or expressible” (in: The Vienna Dialogue, Booklet Nr. 1).
Wiener Christologische Formel [Wiener Formel, Christologische Formel, Lainzer Formel] Wir glauben, dass unser Gott und Erlöser, Jesus Christus, Gottes fleischgewordener Sohn ist; vollkommen in seiner Gottheit und vollkommen in seiner Menschheit. Seine Gottheit war von seiner Menschheit nicht einen Augenblick getrennt. Seine Menschheit ist eins mit seiner Gottheit, ohne Vermischung, ohne Vermengung, ohne Teilung, ohne Trennung. Im gemeinsamen Glauben an den einen Herrn Jesus Christus betrachten wir sein Geheimnis als unausschöpflich und unaussprechbar, für den menschlichen Geist weder voll zu verstehen noch auszudrücken.
| Datensatz: 1 - 7 von 7 Einträgen |
Seite 1 | |
|