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Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

„Beispielhaftes ökumenisches Klima in Salzburg“

„Pro Oriente“ zeichnete den emeritierten Erzbischof Alois Kothgasser mit der Ehrenmitgliedschaft aus – Prof. Winkler: „Brüderliche Verbundenheit und Freundschaft“ mit den östlichen Kirchen

Kurzbericht

Salzburg, 25.03.15 (poi) Unter Alois Kothgasser sei in Salzburg „ein beispielhaftes ökumenisches Klima entstanden, in dem die Vision einer vollkommeneren Gemeinschaft wachsen konnte“; dies betonte „Pro Oriente“-Präsident Johann Marte in Salzburg beim Festakt zur Verleihung der Ehrenmitgliedschaft der von Kardinal Franz König begründeten Stiftung für den ökumenischen Dialog an den emeritierten Salzburger Erzbischof. In einer Zeit, in der es bisweilen so scheine, als sei die Ökumene in den Hintergrund getreten, seien die ökumenische Aufmerksamkeit, das Engagement und der Mut Erzbischof Kothgassers umso mehr zu würdigen, so Marte. Kothgassers Nachfolger, Erzbischof Franz Lackner, nahm die Überreichung der Urkunde über die Ehrenmitgliedschaft von „Pro Oriente“ an den emeritierten Erzbischof vor. Präsident Marte erinnerte daran, dass sich Erzbischof Kothgasser als „Pro Oriente“-Ehrenmitglied in guter Gesellschaft befinde: Zu den ersten Ehrenmitgliedern zählten der einstige Wiener griechisch-orthodoxe Metropolit Chrysostomos (Tsiter), der evangelisch-lutherische Theologe Wilhelm Dantine und P. Pierre Duprey vom Päpstlichen Sekretariat für die Einheit der Christen.

Der Vorsitzende der Salzburger „Pro Oriente“-Sektion, Prof. Dietmar W. Winkler, verwies in seiner Laudatio für Erzbischof Kothgasser auf Höhepunkte des von Salzburg ausgehenden ökumenischen Dialogs. Kothgasser habe diese Akzente in „ruhiger, bescheidener, zurückhaltender, aber umso entschiedenerer Weise“ gesetzt, etwa im Zusammenhang mit ökumenischen Begegnungsreisen an der Spitze von „Pro Oriente“-Delegationen 2006 nach Konstantinopel zu Patriarch Bartholomaios I., zum Osterfest 2008 auf Einladung des russisch-orthodoxen Patriarchen Aleksij II. nach Moskau, im September 2010 nach Armenien und zuletzt 2012 nach Bulgarien.

Die Reise nach Konstantinopel 2006 – gemeinsam mit dem Innsbrucker Bischof Manfred Scheuer und einer 21-köpfigen „Pro Oriente“-Delegation – habe zur brüderlichen Verbundenheit und Freundschaft mit dem Ökumenischen Patriarchen wesentlich beigetragen, so Winkler. Eine „tiefe innere und äußere freundschaftliche Beziehung zur russisch-orthodoxen Kirche“ sei auch 2008 beim Besuch in Moskau gewachsen, diese Beziehung sei in eindrucksvollen Gesten des Patriarchen zum Ausdruck gekommen. In Moskau sei auch eine „kleine ökumenische Sensation“ gelungen: Ein Interview mit Erzbischof Kothgasser erschien mit zwei in Moskau gehaltenen offiziellen Ansprachen und zwei Predigten des damaligen Salzburger Erzbischofs in einer orthodox-katholischen Gemeinschaftsedition im Verlag des Moskauer Patriarchats.

Auch die Reisen nach Rumänien, Armenien und Bulgarien hätten gegenseitiges Kennenlernen und herzliches Einvernehmen gefördert. Kaum überschaubar sei die Liste von kirchlichen Repräsentanten, Bischöfen, Theologen und Ostkirchenexperten, die in der Amtszeit von Erzbischof Kothgasser zu den zahlreichen „Pro Oriente-Veranstaltungen nach Salzburg gekommen seien, unterstrich Prof. Winkler. Erzbischof Kothgasser habe aber auch immer wieder ein offenes Ohr gehabt, wenn es galt, Stipendiaten aus den orthodoxen oder unierten Kirchen ein Studium in Salzburg zu ermöglichen. Der heute emeritierte Erzbischof habe aber auch gesät, was erst in Zukunft aufgehen wird: Die Etablierung eines syrisch-orthodoxen Studienhauses und des Studiengangs „Syrische Theologie“. In diesem Zusammenhang kündigte Prof. Winkler an, dass der syrisch-orthodoxe Patriarch von Antiochien, Moran Mor Ignatius Ephrem II., am 20./21. Oktober nach Salzburg kommen wird, um die Etablierung dieser Einrichtungen zu feiern.

Im Anschluss an den Festakt wurde der aus Anlass des 50-Jahr-Jubiläums der Stiftung von Regisseur Igor Bararon gestaltete „Pro Oriente“-Film gezeigt. (ende)