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Franz König

Pro Oriente

Verwandlung des Herzens

Niederaltaicher Mönch P. Johannes berichtete bei gemeinsamer Veranstaltung von „Pro Oriente“ und „Quo vadis“ über das Jesusgebet

Wien, 12.06.15 (poi) Der Niederaltaicher Mönch P. Johannes Hauck OSB berichtete bei der ersten gemeinsamen Veranstaltung von „Pro Oriente“ und „Quo vadis?“, dem neuen kirchlichen Begegnungszentrum im Zwettlerhof am Wiener Stephansplatz, über das in der byzantinischen Tradition weit verbreitete Jesusgebet. Vorweg erzählte er über die Besonderheit seiner Abtei. In Niederaltaich werde sowohl die lateinische als auch die byzantinische Tradition gelebt. Nach seinem Noviziat entschloss sich P. Johannes, als katholischer Mönch im byzantinischen Ritus zu leben. Es gibt nur weniger Klöster, in denen sowohl die östliche als auch die westliche Tradition gleichzeitig gelebt werden. Diese Ausnahmen haben gerade in den letzten Jahren für den ökumenischen Dialog an Bedeutung gewonnen.

P. Johannes - Novizenmeister der Benediktinerabtei Niederaltaich und Chefredakteur der Zeitschrift für ökumenische Begegnung „Una Sancta - erklärte den 50 ZuhörerInnen, dass das Jesusgebet ein fixer Bestandteil der östlichen Spiritualität sei, der jedoch immer im Gesamtkontext verwurzelt bleibe. Nie sei in der orthodoxen Spiritualität ein Element ohne die anderen zu begreifen, alle in der Summe ergeben die Tiefe der östlichen Spiritualität. Beten ist die innigste Kommunikation mit Gott, so P. Johannes. In dieser Kommunikation öffnen Menschen ihre Realität für Gott und setzen darauf, dass er an ihrem Leben voll und ganz teilnimmt.

Die Wiederholung der Formel „Herr, Jesus Christus, erbarme dich meiner!“ bedeute, sich selbst immer wieder Gottes Händen anzuvertrauen. Dieses Gebet sei, wenn es bereits eingeübt wurde, nicht an fixe Orte bzw. Zeiten gebunden. P. Johannes empfiehlt all jenen, die sich diese Gebetsform zu Eigen machen möchten, unbedingt ein Einführungsseminar zu besuchen und die Entwicklungen im Beten auch immer wieder mit einem/r geistlichen Begleiter/in zu besprechen.

Abschließend hielt er fest, dass das Einüben des Jesus-Gebets langfristig zu einer profunden Haltungsänderung des Menschen gegenüber Gott und den Mitmenschen führt. Wieviel Freiheit im Beten liegt, das lasse sich nur erahnen.

Kurzbericht