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Franz König

Pro Oriente

Chaldäischer Patriarch sieht Licht- und Schattenseiten in seiner Kirche

Bei der Synode in Erbil verwies Mar Louis Raphael Sako auf negative Erscheinungen der „social media“, die oft als „Instrumente der Polemik“ und der „Anschuldigungen gegen die Kirchenleitung“ benützt würden

Bagdad, 25.09.16 (poi) Auf der pastoralen, administrativen und finanziellen Lage der chaldäisch-katholischen Kirche lasten viele “Schatten”, darunter die Selbstbezogenheit: Dies erklärte der chaldäische Patriarch Mar Louis Raphael Sako vor der Synode seiner Kirche in Erbil, der Hauptstadt der kurdischen Region des Irak. Der Patriarch verwies auf negative Erscheinungen der „social media“, die leider oft als „Instrumente der Polemik“ und der „Anschuldigungen gegen die Kirchenleitung“ benützt würden. Wo es Schatten gebe, sei aber auch viel Licht, unterstrich Mar Louis Raphael Sako und erinnerte an das Zeugnis der chaldäischen Kirche in einer von Gewalt, Hass und politischer Instabilität gekennzeichneten Umgebung.

Zu den Faktoren der pastoralen Krise zählte der Patriarch das Verhalten von Priestern und Ordensleuten, die in den vergangenen Jahren ohne Zustimmung ihrer Vorgesetzten ihre Eparchien und Klöster im Irak verlassen haben. Dieses Phänomen zeige auch, dass diese geistlichen Personen keine angemessene Ausbildung erhalten hätten. In diesem Zusammenhang wünschte sich der Patriarch, dass die spirituelle Begleitung der Nachwuchskräfte im Klerus und in den Orden intensiviert wird. Als überaus bedauerlich bezeichnete Mar Louis Raphael Sako auch negative Aspekte in der finanziellen Gestion von Pfarrgemeinden und kirchlichen Einrichtungen. (forts mgl)