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Franz König

Pro Oriente

Moskauer Patriarch unterzeichnete Petition für Lebensschutz in Russland

Kyrill I. würdigt Einsatz der panrussischen Bewegung „Für das Leben“ – Unterschriftensammlung auch in den Kirchen

Moskau, 28.09.16 (poi) Der Moskauer Patriarch Kyrill I. hat eine Petition der panrussischen Bewegung „Für das Leben“ unterzeichnet, in der eine Änderung der (noch aus sowjetischer Zeit stammenden) russischen Abtreibungsgesetzgebung verlangt wird. Die Petition spricht sich dafür aus, das Lebensrecht der ungeborenen Kinder „von der Empfängnis an“ anzuerkennen. Leben, Gesundheit und Wohl der ungeborenen Kinder sollten vom Gesetz geschützt werden. Die „Pille danach“ mit abtreibender Wirkung sei ebenso zu untersagen wie der Einsatz von Methoden der In-vitro-Fertilisation (IVF), die „eine Gefährdung der menschlichen Würde darstellen“. Zugleich wird in der Petition dafür plädiert, schwangeren Frauen eine finanzielle Unterstützung in Höhe des Lebensminimums zu gewähren, die aus dem gesamtstaatlichen Budget zu finanzieren sei.

Die Unterzeichnung der Petition durch den Patriarchen erfolgte in der Michaelskirche des Dorfes Belo Usowo bei Moskau. Kyrill I. würdigte die Arbeit der Bewegung „Für das Leben“, dankte für die Erstellung der Petition und segnete die Mitglieder. Derzeit werden in vielen russischen Kirchen Unterschriften für die Petition zum „gesetzlichen Schutz des menschlichen Lebens von der Empfängnis an“ gesammelt. Die Bewegung „Für das Leben“ möchte insgesamt 1 Million Unterschriften sammeln, derzeit hält sie bei 300.000 Unterschriften.

Im Juni hatte der Interreligiöse Rat Russlands appelliert, Abtreibungen nicht mehr durch die obligatorische Krankenversicherung zu finanzieren, weil Schwangerschaft keine Krankheit sei. Patriarch Kyrill hatte bereits zuvor ein entsprechendes Ersuchen an die Mitglieder der Duma formuliert. Im Interreligiösen Rat sind die christlichen Kirchen sowie die jüdischen, muslimischen und buddhistischen Gemeinschaften vertreten. Die Repräsentanten der Religionsgemeinschaften brachten ihre Sorge über die hohe Zahl der Abtreibungen und die mangelnde Sorge um Schwangere in Not zum Ausdruck. (ende)