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Franz König

Pro Oriente

Russische katholische Bischöfe diskutierten über Kirche-Staat-Beziehungen

Neuer Apostolischer Nuntius in Moskau, Erzbischof Celestino Migliore, war bei der Vollversammlung der Bischofskonferenz zu Gast

Moskau, 16.10.16 (poi) Die russischen katholischen Bischöfe haben sich bei ihrer Herbstvollversammlung in St. Petersburg mit den Beziehungen zwischen Kirche und Staat in Russland auseinandergesetzt. Im Abschlusskommunique heißt es, die Bischöfe hätten ihre Hoffnung zum Ausdruck gebracht, „dass die neue Gesetzgebung der Russischen Föderation zur Bekämpfung des Terrorismus und zur Regelung religiöser Aktivitäten keine Hindernisse für die Arbeit der Strukturen der katholischen Kirche in Russland mit sich bringen wird“.

Ein weiteres wichtiges Thema der Versammlung im Petersburger katholischen Priesterseminar war die Frage der Priester- und Ordensberufungen. Derzeit wird die katholische Seelsorge in Russland noch vielfach von aus dem Ausland stammenden Priestern und Ordensleuten getragen.

Der katholischen Bischofskonferenz für Russland gehören der Erzbischof in Moskau, Paolo Pezzi (er ist auch der Vorsitzende), der Bischof in Saratow, Kliment Pickel, der Bischof in Nowosibirsk, Iosif Werth, und der Bischof in Irkutsk, Kyrill Klimowitsch, an. Bei der Vollversammlung war auch der neue Apostolische Nuntius in Moskau, Erzbischof Celestino Migliore, zu Gast. Er versicherte den Bischöfen seine volle Unterstützung.

Erzbischof Migliore hatte in ersten Interviews nach seiner Ernennung betont, dass ihn vieles an Russland anziehe, das Zusammenleben verschiedener Volksgruppen, die Vielseitigkeit der Kultur, die Literatur von großem epischem Umfang, die tiefe Religiosität. Sein Russland-Bild sei durch die Lektüre der großen russischen Schriftsteller, durch die Hymnen der orthodoxen Kirche, durch das theologische Denken eines Wladimir Solowjew oder eines Pawel Florenskij bestimmt. Im Hinblick auf die russisch-orthodoxe Kirche sagte der Nuntius, er sei immer von ihrer „großen mystischen Inspiration“ beeindruckt gewesen, aber auch von ihrem „Gefühl für die Liturgie, von der Überzeugung, dass Christentum nicht auf eine Reihe von Werten reduziert werden kann, sondern eine personale Begegnung mit Christus bedeutet“.

Celestino Migliore wurde 1952 im piemontesischen Cuneo geboren und 1977 zum Priester geweiht. Nach dem Studium des kanonischen Rechts an der Lateran-Universität und einem Studium an der Päpstlichen Diplomatenakademie trat er 1980 in den diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhls ein. Von 1992 bis 1995 war er Vertreter des Heiligen Stuhls beim Europarat in Straßburg, von 1995 bis 2002 Vizesekretär der Sektion des Staatssekretariats für die Beziehungen mit den Staaten (Außenministerium). 2002 erfolgte die Ernennung zum Ständigen Beobachter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in New York. Von 2010 bis 2016 war Migliore Apostolischer Nuntius in Polen. (ende)