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Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

Hilferuf für die aramäische Sprache aus Heidelberg

Syrisch-orthodoxer Patriarchalvikar für Deutschland initiierte „Tagung zur Aramäischen Sprache“, die am 22./23. Oktober stattfindet – Bedeutung des Aramäischen für die Geschichte des Christentums soll stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden

Frankfurt, 20.10.16 (poi) Durch die Verfolgung der Christen in Syrien und im Irak ist das Aramäische, einst die vorherrschende Sprache im Vorderen Orient, in diesen Ländern vom Aussterben bedroht. Aus diesem Grund hat der syrisch-orthodoxe Patriarchalvikar für Deutschland, Metropolit Mar Philoxenos Mattias Nayis, eine „Tagung zur Aramäischen Sprache“ initiiert, die am 22./23. Oktober unter dem Titel „3.000 Jahre Aramäisch - Von den Anfängen bis zur Gegenwart“ in Heidelberg in Kooperation mit dem Institut fürr Semitistik der Universität und dem „Kreis Aramäischer Studierender“ (KrAS) stattfinden wird. Der syrisch-orthodoxe Metropolit möchte damit die Bedeutung des Aramäischen für die Geschichte des Vorderen Orients und des Christentums stärker in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken und den in Deutschland lebenden Aramäern ans Herz legen, die in ihrer Heimat vom Aussterben bedrohte aramäische Sprache in der Diaspora zu bewahren. Mar Philoxenos Mattias Nayis hat das Jahr 2016 zum „Jahr der aramäischen Sprache“ erklärt.

Bei der Veranstaltung an der Uni Heidelberg werden das Altaramäische, das Mittelaramäische (in seiner jüdischen, christlichen und samaritanischen Ausformung), das kirchliche Altsyrische (u.a. in einem Vortrag des weltberühmten Oxforder Spezialisten Prof. Sebastian Brock) und das Neuaramäische (in seinen verschiedenen Erscheinungsformen) behandelt. Bei der abschließenden Festveranstaltung in der Neuen Aula der Universität Heidelberg kommen u.a. der Dekan der Philosophischen Fakultät der Universität Heidelberg, Prof. Gerrit Kloss, Metropolit Mar Philoxenos Mattias Nayis, Prof. Otto Jastrow (Universität Tallinn/Rewal, Estland) und der für die Niederlande zuständige syrisch-orthodoxe Metropolit Mar Polycarpos Augin Aydin zu Wort. Zudem werden ausgesuchte Musikstücke aus der aramäischen Tradition erklingen.

Am Sonntag, 23. Oktober, findet in der Christuskirche in Heidelberg ein festlicher Gottesdienst statt, bei dem die Zukunft der aramäischen Sprache in der Diaspora „aus der Sicht der syrisch-orthodoxen Erzbischöfe“ thematisiert wird. Mit Mar Philoxenos Mattias Nayis konzelebrieren dabei dessen Vorgänger (und heutige Zuständige für die Beziehungen zur Ökumene und zum Staat in Deutschland) Mar Julius Hanna Aydin, der syrisch-orthodoxe Metropolit von Adiyaman in der Türkei, Mar Gregorios Malke Ürek, und Mar Polycarpos Augin Aydin. (ende)