Pro Oriente Logo

Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

Außenminister Kurz soll Vorreiterrolle bei Hilfe für Orient-Christen übernehmen

Appell des Vorsitzenden der „Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände“, Helmut Kukacka – Unterstützung für den gemeinsamen Aufruf der christlichen Patriarchen und Metropoliten für die Rückkehr der vertriebenen Christen in die Städte und Dörfer der Ninive-Ebene

Wien, 08.11.16 (poi) Die „Arbeitsgemeinschaft Katholischer Verbände Österreichs“ (AKV) appelliert an die europäische Staatengemeinschaft, den Aufruf der geistlichen Oberhäupter der christlichen Kirchen im Nordirak zu unterstützen und die rasche Rückkehr der christlichen Flüchtlinge in ihre angestammten Heimstätten in der Ninive-Ebene und in Mosul zu ermöglichen. Die AKV verweist auf die gemeinsame Erklärung der Patriarchen und Bischöfe vom 30. Oktober, wonach die vertriebenen Christen entschlossen sind, in ihre Heimstätten zurückzukehren und – trotz der Gewalttaten und Verbrechen der Dschihadisten gegen sie – ihren Beitrag zur Versöhnung und zum friedlichen Zusammenleben zu leisten. Es müsse aber jede Diskriminierung der Christen aufhören, ihre Rechte und Freiheiten seien zu schützen und zwar „durch Taten und nicht durch Worte“. AKV-Präsident Helmut Kukacka fordert deshalb die europäische Staatengemeinschaft auf, den bisher vernachlässigten Schutz der Christen bei der Rückkehr und beim Wiederaufbau auf die Agenda der europäischen Nahostpolitik zu setzen und sich auch für den Schutz ihrer Grundrechte und Freiheiten einzusetzen. Kukacka ersucht hier insbesondere Außenminister Sebastian Kurz, eine Vorreiterrolle zu übernehmen und dafür zu sorgen, dass dieses Thema zu einem primären Anliegen der europäischen Politik wird.

Außenminister Kurz habe dankenswerterweise vor einem Jahr im UN-Sicherheitsrat ein entsprechend wirkungsvolles Auftreten für die Menschenrechte, für die Religionsfreiheit und gegen Christenverfolgung gefordert, erinnerte der AKV-Präsident am Dienstag. Gerade das christlich geprägte Europa müsse den verfolgten und vertriebenen orientalischen Christen nunmehr eine moralische und politische Stütze sein, damit ihre Präsenz in ihren angestammten Siedlungsgebieten auch in Zukunft gesichert bleibt und sie nicht ins Ausland emigrieren müssen.

Kukacka verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die AKV jüngst eine Solidaritätsaktion „Hilfe für Christen in Not im Nahen Osten“ gestartet hat. Damit sollen die schwer verfolgten Christen, die in Syrien und im Irak das „Erbe des Christentums hüten“, unterstützt werden. Diese Aktion wird mit den christlichen Hilfsorganisationen „Christian Solidarity International“ (CSI), „Kirche in Not“ (KiN) und „Initiative Christlicher Orient“ (ICO) durchgeführt. Die Organisationen kennen die Situation im Nahen Osten und können die Bedürfnisse der Christen in Not richtig einschätzen, erläuterte Kukacka und appellierte an die Spenderinnen und Spender (Spendenkonto: „Hilfe für Christen in Not im Nahen Osten“, IBAN: AT 49 2011 1824 1397 6101), bei der Bewahrung des Erbes des Urchristentums in Syrien und Mesopotamien und bei der Linderung des Leids der Bevölkerung mitzuhelfen. (Infos: Staatssekretär a.D. Helmut Kukacka, Tel.: 0664/532 48 80, E-Mail: office@akv.at).

Erleichterung über Befreiung von Qaraqosh

Mit „Erleichterung und Genugtuung“ hat die AKV die Befreiung der irakischen Stadt Qaraqosh ( Baghdida) aus der Schreckensherrschaft der IS-Terroristen zur Kenntnis genommen. Qaraqosh galt als die größte christliche Stadt im Irak. Die dortigen Christen müssten nun in ihrem ungebrochenen Mut unterstützt werden, in ihre weitgehend zerstörte Heimatstadt zurückzukehren, erklärte der AKV-Vorsitzende Helmut Kukacka.

Die Christen in Qaraqosh und der umliegenden Region waren im Sommer 2014 von den IS-Terroristen überrollt worden. Die Fahnen der Terrormiliz ersetzten die Kreuze auf den Kirchtürmen und ein „N“ für „Nasrani“ (Christen) wurde an die Wände der Häuser der Gläubigen gepinselt. Sie mussten dann entweder flüchten oder die klassische islamische Sondersteuer, die „Dschizya“, für ihr Verbleiben zahlen. Umso wichtiger sei es, so Kukacka, dass den dortigen Christen nach Ende der Kriegshandlungen wieder die Rückkehr in ihre Heimat ermöglicht werde und sie dabei unterstützt werden. (ende)