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Franz König

Pro Oriente

Kardinal Sandri: Gebet um Frieden für den „geliebten Nahen Osten“ und die Ukraine

Messfeier der vatikanischen Ostkirchenkongregation in der römischen Apostel-Basilika im Rahmen der traditionellen Marien-Novene – Mehr als hundert in Rom lebende Priester und Ordensleute aus den katholischen Ostkirchen nahmen teil

Rom, 03.12.16 (poi) Um Frieden für den „geliebten Nahen Osten“, für die Ukraine und für alle Völker und Kirchen, um die sich die vatikanische Ostkirchenkongregation zu kümmern hat, betete der Präfekt der Kongregation, Kardinal Leonardo Sandri, bei einer Messfeier in der römischen Apostel-Basilika im Rahmen der traditionellen Novene (Neun-Tage-Gebet) zum Fest Maria Empfängnis. Die in der Lesung vorgetragenen Worte des Propheten Jesaja – „Denn der Unterdrücker ist nicht mehr da, der Schurke ist erledigt, ausgerottet sind alle, die Böses tun wollen“ – könnten ein Friedenswunsch für die ganze Welt sein, sagte der Kardinal. Aber diese Dimensionen des Bösen müsse jeder und jede zunächst im eigenen Herzen besiegen. Zugleich erinnerte der argentinische Kurienkardinal, der am 2. Dezember auch sein goldenes Priesterjubiläum feierte, daran, dass viele der katholischen Ostkirchen in ihrer Heimat „schreckliche Trübsal“ zu erleiden hätten.

An der Messfeier nahmen mit dem Sekretär der Ostkirchenkongregation, Erzbischof Cyril Vasil, mehr als hundert Priester und Ordensleute aus den katholischen Ostkirchen teil, die in Rom arbeiten oder studieren, unter ihnen auch die am Vatikan tätigen Prokuratoren der maronitischen, der melkitischen, der armenisch-katholischen und der syro-malabarischen Kirche. Das Evangelium wurde auf italienisch und auf arabisch proklamiert, bei der Liturgie erklangen auch kirchenslawische, ukrainische, rumänische, armenische, arabische und südindische Kirchenlieder.

Die Messfeier der Ostkirchenkongregation im Rahmen der Marien-Novene hat bereits seit einigen Jahren Tradition. Heuer hatte sie besondere Bedeutung, weil sie in das Programm der 100-Jahr-Feiern der Kongregation wie auch des Päpstlichen Orientalischen Instituts (P.I.O.) einbezogen war.

Adventkonzert in der Sprache Jesu

Ebenfalls am 2. Dezember fand in der Kirche des Campo Santo Teutonico (die sich innerhalb des Vatikans befindet, aber nicht vatikanisches Staatsgebiet ist) ein Adventkonzert mit der aus Augsburg stammenden jungen Sängerin Sarah Ego („Eliyo“) statt, die aus einer nach Deutschland emigrierten Familie der syrisch-christlichen Tradition kommt. Die Künstlerin sang auf aramäisch; im Gespräch mit „Radio Vatikan“ sagte sie: „Aramäisch ist die Sprache Jesu und die Sprache der Urkirche. Das ist etwas ganz besonderes und ich bin stolz, dass das gleichzeitig auch meine Muttersprache ist, dass ich diese Sprache beherrsche und sprechen darf“. Sarah möchte „Botschafterin für die Christen im Nahen Osten“ sein: „Ich versuche natürlich, die Aufmerksamkeit auf die Lage in Syrien und im Irak zu richten und nutze dafür meine Stimme, um denen eine Stimme zu geben, die keine eigene haben“. (ende)