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Franz König

Pro Oriente

Ökumene-Preis für Patriarch Bartholomaios I.

Papst Franziskus: Ein „Zeichen der Dankbarkeit“ für den Dienst des Ökumenischen Patriarchen an der Förderung der größeren Gemeinschaft unter den an Christus Glaubenden

Vatikanstadt-Bari, 05.12.16 (poi) Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. wurde am Montag in Bari mit dem renommierten „San Nicola-Preis“ des Instituts für ökumenische und patristische Studien der Theologischen Fakultät Apuliens ausgezeichnet. Papst Franziskus betonte in einem Telegramm an den Erzbischof von Bari und Bitonto, Francesco Cacucci: „Ich vereine mich spirituell mit dem geliebten Bruder Bartholomaios in der Verehrung des Heiligen Bischofs Nikolaus von Myra, dessen Reliquien seit fast tausend Jahren in Bari bewahrt werden. Ich vertraue der Fürbitte dieses in Ost und West so geliebten Hirten die ersehnte Herstellung der vollen Einheit der Christen an“. Der „San Nicola-Preis“ sei ein „Zeichen der Dankbarkeit“ für den Dienst des Ökumenischen Patriarchen an der Förderung einer immer größeren Gemeinschaft unter den an Christus Glaubenden. Mit dieser „lobenswerten Initiative“ der Preisverleihung an Bartholomaios I. stellten die Theologische Fakultät Apuliens und die ganze apulische Ortskirche ihre Treue zur Berufung, Brücke zwischen den Christen des Orients und des Okzidents zu sein, unter Beweis.

Der „San Nicola-Preis“ wird an katholische und orthodoxe Persönlichkeiten verliehen, die sich für die Förderung der Einheit der Christen einsetzen. Der Preis wurde 1995 aus Anlass des 25-Jahr-Jubiläums des Instituts für ökumenische und patristische Studien gestiftet. Äußeres Zeichen des Preises ist eine Reproduktion in Gold und Silber der „Lampe des Ewigen Lichts“, das seit 1936 zu Ehren der Reliquien des Heiligen Nikolaus in der Krypta der Nikolaus-Basilika in Bari brennt.

Im Rahmen seines Apulien-Besuchs – der ganz im Zeichen des Nikolaus-Festes steht – wird der Ökumenische Patriarch am Dienstag das Päpstliche Regionalseminar in Molfetta besuchen. Am Dienstagabend ist Bartholomaios I. beim feierlichen Pontifikalamt in der Nikolaus-Basilika anwesend, das Erzbischof Cacucci in Konzelebration mit dem Presbyterium seiner Erzdiözese feiern wird. Am Schluss der Messfeier wird sich der Patriarch an die versammelten Gläubigen wenden und anschließend gemeinsam mit dem Erzbischof die Reliquien des Heiligen Nikolaus in der Krypta verehren. Am Mittwoch, 7. Dezember, verlässt Bartholomaios I. Apulien wieder.

Bei seiner Apulien-Visite erinnerte der Ökumenische Patriarch an die ostkirchliche Vergangenheit der italienischen Region. Am Donnerstag, 1. Dezember, sagte Bartholomaios I. beim ökumenischen Gottesdienst in der Kathedrale von Lecce: „Ich komme in diesen Landstrich als Pilger, um den westlichen Glaubensgeschwistern zu begegnen und die Atmosphäre von Freundschaft und Dialog zu spüren“. In Apulien bezeugten auch heute zahllose religiöse Denkmäler und archäologische Stätten die Präsenz der Kirche des Ostens und des byzantinischen Mönchtums. Bei dem Gottesdienst in Lecce erinnerte der Ökumenische Patriarch zugleich an den „Schmerzensschrei“ der Christen und so vieler anderer Menschen des Nahen Ostens, die unter dem Krieg, dem Fanatismus und der Glaubensverfolgung leiden. (forts mgl)