Pro Oriente Logo

Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

5. Europäisches Katholisch-Orthodoxes Forum tagt in Paris

Eröffnung durch Kardinal Erdö und Metropolit Gennadios von Sassima am Montag – Berichterstatter bei der ersten Arbeitssitzung sind der Wiener Journalist Martin Kugler und der Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion

Paris, 08.01.17 (poi) Das 5. Europäische Katholisch-Orthodoxe Forum, eine Initiative des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) in Zusammenarbeit mit dem Ökumenischen Patriarchat, wird am Montag, 9. Jänner, in Paris mit den Grußworten des Erzbischofs von Paris, Kardinal André Vingt-Trois, beginnen. Anschließend werden die beiden Co-Präsidenten des Forums, Metropolit Gennadios (Limouris) von Sassima (Ökumenisches Patriachart von Konstantinopel), und Kardinal Peter Erdő, Erzbischof von Esztergom und Primas von Ungarn, die Arbeiten einführen. Am Forum nehmen Vertreter der katholischen Bischofskonferenzen und der autokephalen orthodoxen Kirchen in Europa teil. Das Treffen findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Das 5. ökumenische Forum steht im Zeichen des Generalthemas “Europa in der Angst vor fundamentalistisch-terroristischer Bedrohung und die Werte der Person und der Religionsfreiheit“. Zur Vertiefung dieser Thematik werden die Teilnehmer über folgende Schwerpunkte diskutieren: Menschenwürde und Religionsfreiheit; religiöse Intoleranz, Diskriminierung und Verfolgung; Fundamentalismus und Terrorismus in der heutigen Zeit; sozialer Zusammenhalt und das Phänomen der Angst im Rechtsstaat im Blick auf den Auftrag der Regierenden und den Beitrag der Kirche; der Einsatz der Kirchen im Umgang mit Konflikten und bei der Förderung des Gemeinwohls und der Solidarität; die Verkündigung von Jesus Christus als Antwort auf die Bedrohung von Seiten des Fundamentalismus sowie des Terrorismus. Das Forum endet am 12. Jänner mit einer Abschlussbotschaft.

Katholischer Berichterstatter bei der ersten Arbeitssitzung („Die Verletzung des Rechts auf Religionsfreiheit: Intoleranz, Diskriminierung, Verfolgung“) ist der Wiener Journalist Martin Kugler ("Observatory on Intolerance and Discrimination against Christians"), der orthodoxe Berichterstatter ist der Leiter des Außenamts des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion (Alfejew). Bei der zweiten Arbeitssitzung („Fundamentalismus und Terrorismus“) referiert von katholischer Seite der französische Sozialwissenschaftler Prof. Gilles Kepel (Autor u.a. des Buches „La revanche de Dieu“), von orthodoxer Seite der Metropolit von Paris, Emmanuel (Adamakis).

Während der Tagung werden die Teilnehmer die Möglichkeit zur Begegnung mit den Christen von Paris haben: Am 10. Jänner findet um 19 Uhr in der griechisch-orthodoxen Stephanskathedrale in der rue Bizet ein ökumenisches Gebet (Doxologie) statt; am 11. Jänner gibt es um 19.30 Uhr in der Kathedrale Notre-Dame eine Vesper, bei der die Reliquie der Dornenkrone im Mittelpunkt steht.

Das Katholisch-Orthodoxe Forum hat seinen Ursprung in dem Wunsch, pastorale und anthropologische Fragen von wesentlicher Bedeutung für Gegenwart und Zukunft zu diskutieren, um gemeinsame Standpunkte zu sozialen und moralischen Fragen zu definieren. Das 1. Europäische Katholisch-Orthodoxe Forum fand im Dezember 2008 in Trient zum Thema „Die Familie: ein Gut für die Menschheit“ statt; das 2. Forum wurde im Oktober 2010 auf Rhodos zum Thema „Die Beziehungen zwischen Kirche und Staat“ ausgerichtet; das 3. Forum fand im Juni 2012 in Lissabon statt und hatte zum Thema: „Die Wirtschaftskrise und die Armut. Herausforderungen für das heutige Europa“. Das vierte Forum ging im Juni 2014 in Minsk zum Thema „Religion und kulturelle Vielfalt: Herausforderungen für die christlichen Kirchen in Europa“ über die Bühne. Die Dokumente dieser Versammlungen sind vom italienischen Verlag „Edizioni Dehoniane“ in vier Bänden veröffentlicht worden. (ende)