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Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

„Der Bischof – ein Amt im Wandel“

Ökumenisches Kurzsymposion der Stiftung „Pro Oriente“ und der „Theologischen Kurse“ am 3. März

Wien, 24.02.17 (poi) „Der Bischof – ein Amt im Wandel“: Diesem Thema ist ein ökumenisches Kurzsymposion gewidmet, das die Stiftung „Pro Oriente“ gemeinsam mit den „Theologischen Kursen“ am Freitag, 3. März, von 17 bis 21 Uhr in Wien veranstaltet. Das Kurzsymposion findet in den Räumen der „Theologischen Kurse“ am Stephansplatz 3 statt. Im Mittelpunkt steht die Frage, was das Bischofsamt heute bedeutet, welche Erwartungen die Gläubigen haben und wie sich dieses Amt in der Geschichte entwickelt hat. Referierende sind Militärbischof Werner Freistetter, der armenisch-apostolische Patriarchaldelegat P. Tiran Petrosyan, die evangelisch-methodistische Bischöfin Rosemarie Wenner, der Regensburger katholische Kirchenhistoriker Prof. Klaus Unterburger, der evangelische Theologe (und Ministerialrat im Kultusamt) Karl Schwarz und der syrisch-orthodoxe Priestermönch Sabri Saliba Er, der in Salzburg sein Studium vollendet.

In der Einladung zu dem ökumenischen Kurzsymposion wird darauf verwiesen, dass die bischöfliche Rolle durch die starken Migrationsbewegungen der Gegenwart noch einmal zusätzlich gefordert ist: Was bedeutet es für die Gläubigen, wenn der bischöfliche Sitz „hunderte, ja tausende Kilometer“ entfernt ist? Welchen Beitrag leistet das Bischofsamt für oder gegen die Integration von Gläubigen in der „neuen Heimat“? Wie drückt es die Verbundenheit zur gesamten Kirche aus?

Zum Verständnis des Bischofsamtes wird im Hinblick auf das Kurzsymposion das Wort des Heiligen Augustinus „Mit euch bin ich Christ, für euch bin ich Bischof“ zitiert. Augustinus (354-430), in späten Jahren Bischof von Bone, gilt als einer der bedeutendsten lateinischen Kirchenväter, der Olivenbaum auf dem einstigen väterlichen Landgut in seinem Geburtsort Souk Ahras (Algerien) wird bis heute verehrt. Wie die christlichen Kirchen der Vorgabe des „Guten Hirten“ auf unterschiedliche Weise zu entsprechen such(t)en, reflektieren bei dem Kurzsymposion am 3. März drei historisch-theologische Impulse. Prof. Unterburger skizziert unter dem Titel „Vollmacht – oder Ohnmacht?“ eine „biblisch-historische Rekonstruktion bischöflicher Gewalt“. Er sieht historische Erkenntnis als Chance, das Evangelium von „Normen, Standpunkten und Interessen“ zu befreien, die „zu Unrecht überzeitliche Geltung beanspruchen“. Prof. Schwarz stellt „Das evangelische Bischofsamt zwischen Obrigkeit und Basis“ dar. Er erläutert die wechselvolle Geschichte des protestantischen Bischofsamtes in Österreich von den Anfängen bis zu heutigen Formen der Kirchenleitung. P. Saliba Er beleuchtet „Das Bischofsamt in der orientalisch-orthodoxen Tradition“. Er tut das auf dem Hintergrund der Herausforderungen einer Kirche in weltweiter Diaspora. Danach werden drei mit bischöflicher Leitung betraute Persönlichkeiten aus Kirchen des Ostens und Westens darüber sprechen, wie sie ihre „Amtsgewalt“ vor Gott und den Menschen heute begründen und verstehen: Militärbischof Werner Freistetter, Bischöfin Rosemarie Wenner und Patriarchaldelegat P. Tiran Petrosyan. Militärbischof Freistetter führt den programmatischen Wahlspruch „Religion und Frieden“. Bischöfin Wenner möchte ihre Arbeit für die evangelisch-methodistische Kirche „den Gemeinden zugewandt tun“. Für Patriarchaldelegat P. Petrosyan verbindet sich Ökumene im Geiste Kardinal Königs „mit dem erleichternden Gefühl der Internationalität“. (Anmeldung: Tel.: 01/515 52-37 08 oder E-Mail: wienerkurs@theologischekurse.at). (ende)