Pro Oriente Logo

Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

Chaldäischer Patriarch: Trennung von Politik und Religion Voraussetzung für Zukunft des Irak

Mar Louis Raphael Sako legte Grundlinien für den „politischen, sozialen und religiösen Wiederaufbau“ des Zweistromlandes vor

Bagdad, 10.03.17 (poi) Der chaldäisch-katholische Patriarch Mar Louis Raphael Sako hat Grundlinien für den „politischen, sozialen und religiösen Wiederaufbau“ im Irak nach der bevorstehenden Befreiung von Mosul aus der Gewalt der IS-Terroristen vorgelegt. Bei einer Veranstaltung an der privaten „American University of Iraq“ in Suleimaniyah betonte der Patriarch, dass es die Pflicht aller Iraker – angefangen von den Politikern – sei, “einen Rechtsstaat, eine moderne Demokratie und ein Land auf der Grundlage der Staatsbürgerschaft” aufzubauen, “wo es nicht um den Machtkampf zwischen der Mehrheit und den ethnischen und religiösen Minderheiten geht“. Damit ein solcher Weg gelingen könne, muss „zwischen Religion und Politik, religiösen und staatlichen Institutionen unterschieden werden“. Dabei könne der Irak von westlichen Ländern lernen. Andernfalls werde es für das Land keine Zukunft geben, so der Patriarch eindringlich, wobei er hervorhob, dass er kein Politiker sei, sondern als Bürger des Irak und als verantwortlicher Bischof spreche.

Bei der Veranstaltung unter dem Titel „Nach dem IS: Beendigung der Konflikte, auf dem Weg zu dauerhaften Lösungen“ hatte auch der irakische Ministerpräsident Haider al-Abadi gesprochen. Wie es in einer Mitteilung des chaldäischen Patriarchats heißt, habe al-Abadi Wege für eine „bessere Zukunft“ veranschaulicht. Aber er werde keine Wunder wirken können, wenn sich die irakischen Politiker nicht einig sind und nicht das Gemeinsame vor das Trennende stellen. (ende)