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Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

Abt von Geras solidarisch mit dem orthodoxen Maria-Schutz-Kloster in St. Andrä am Zicksee

Zeitschrift des „Andreas-Petrus-Werks“ druckt Kolumne des Prämonstratenser-Abts dar, in der er die ökumenische Solidarität für das erste orthodoxe Kloster in Österreich einmahnt

St. Pölten-Eisenstadt, 14.03.17 (poi) Eine Solidaritätserklärung des Abtes des niederösterreichischen Prämonstratenserklosters Geras, Michael Prohazka, für das neue orthodoxe Maria-Schutz-Kloster in St. Andrä am Zicksee druckt die vom „Andreas-Petrus-Werk“ herausgegebene Zeitschrift „Christlicher Osten“ in ihrer neuesten Ausgabe ab. Im Hinblick auf Bestrebungen von Gegnern des Klosters, den Bau zu verhindern (was zu Medienberichten unter dem Titel „Das Kloster, das polarisiert“ führte) , wird aus der Kolumne von Abt Michael in den „Niederösterreichischen Nachrichten“ (NÖN) zitiert: „Wieso kann der Klosterbau einer in Österreich staatlich anerkannten christlichen Religionsgemeinschaft überhaupt polarisieren? Wo bleibt hier die viel beschworene – auch religiöse – Toleranz? Wo bleiben die Vertreterinnen und Vertreter des öffentlichen Lebens und der kirchlichen Gemeinschaften, die sofort ‚Schützenhilfe‘ leisten müssten?“

Eine Klostergründung könne nach seiner Meinung nur „segensreich“ sein, für die Menschen an Ort und Stelle und für „unsere gesamte religiöse Landschaft“, betonte der Abt von Geras (der auch dem Vorstand der Stiftung „Pro Oriente“ angehört). Und weiter stellte Abt Michael wörtlich fest: „Wenn wir hier nicht ökumenische Solidarität zeigen, dann sind unser ganzes Reden und unsere Zusammenkünfte nur ‚tönendes Erz und klingende Schelle‘! Als Abt eines niederösterreichischen Grenzlandklosters, das selbst den byzantinischen Ritus pflegt (wie etwa auch das bayrische Benediktinerkloster Niederaltaich oder das belgische Kloster Chevetogne) möchte ich eine Lanze für diesen Klosterbau brechen und meine orthodoxen Brüder in ihrem so notwendigen Anliegen unterstützen“. Ostkirchliche Spiritualität und Liturgie seien ein „sinnvolles Gegengewicht zu unserer oft allzu ‚verkopften‘ und moralisierenden Religiosität“, fügte der Abt des niederösterreichischen Prämonstratenserstifts hinzu. Er sei zutiefst dankbar, dass es in Niederösterreich ein ausgezeichnetes ökumenisches Klima gebe, das auch von den Vertreterinnen und Vertretern des öffentlichen Lebens voll und ganz gefördert werde.

Die Geschichte des griechisch-orthodoxen Maria-Schutz-Klosters– des ersten orthodoxen Klosters in Österreich – begann am 11. November 2014, als der Eisenstädter Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios ein Grundstück in St. Andrä am Zicksee zum Zweck einer Klostergründung übergab. Im Anschluss daran bat der Wiener orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis) Abt Theoklitos vom Kloster des Heiligen Arsenios von Kappadokien in Griechenland, das Kloster zu gründen. Die Gründergruppe der orthodoxen Mönchsgemeinschaft war zunächst im Pfarrhof von Weiden am See zu Gast, im Vorjahr erfolgte der Umzug in ein schlichtes Haus in St. Andrä am Zicksee. Am 2. Oktober 2016, dem Hochfest Maria Schutz, zugleich Titelfest des Klosters, fand ein Gottesdienst mit feierlicher Prozession zu dem Grundstück statt, auf dem das Kloster errichtet werden soll. Kurz zuvor, am 8. September, hatten Mönche aus St. Andrä mit Abt Paisios Jung an der Spitze Stift Geras einen Besuch abgestattet.

Auf der Website des orthodoxen Maria-Schutz-Klosters heißt es: „Die Gesellschaft ist heute eine Welt der Gottferne. Das zwischenmenschliche Klima ist kalt geworden. Die Seele ist einsam und fühlt sich oft verlassen. Alle spüren es, viele wollen es nicht wahrhaben. Einige wollen es ändern. Im Kloster findet man einen Ort der Gottesbegegnung, der Lebensänderung, der Stille, des Gebets, der Nächstenliebe und einen Ort der offenen Tür für alle, die es möchten.

In Österreich gibt es Hunderttausende orthodoxer Christen. Ein Kloster ist für uns immer ein geistlicher Mittelpunkt, an welchem der Christ Orientierung und Kraft für sein Leben empfängt in der innigen Begegnung mit Gott und im Dasein der Mönche. Einen solchen Ort gab es in Österreich bisher noch nicht. Zugleich ist es eine Möglichkeit für alle, die orthodoxe Welt kennen zu lernen, ein Ort der Begegnung des westlichen Christentums mit dem orthodoxen Glauben“. (ende)