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Franz König

Pro Oriente

Papst und Weltkirchenrat verurteilen Attentat auf die U-Bahn in St. Petersburg

„Es gibt kein religiöses, politisches oder anderweitiges Anliegen, das eine solche feige Tat rechtfertigen könnte“

Vatikanstadt-Genf, 05.04.17 (poi) Papst Franziskus hat am Mittwoch bei der Generalaudienz das terroristische Attentat auf die U-Bahn in St. Petersburg, bei dem am Montag 14 Personen getötet und 49 zum Teil schwer verletzt wurden, scharf verurteilt. Wörtlich sagte der Papst: „Meine Gedanken gehen in diesem Augenblick zu dem schwerwiegenden Attentat auf die U-Bahn in St. Petersburg, das Opfer und Verwirrung in der Bevölkerung verursacht hat. Während ich jene, die tragisch verstorben sind, der Barmherzigkeit Gottes anvertraue, drücke ich den Familienangehörigen und allen, die wegen dieses dramatischen Ereignisses trauern, meine geistliche Nähe aus“.

Auch der Weltkirchenrat hat die „grausamen und jämmerlichen“ Taten der Verantwortlichen für das Attentat auf die St. Petersburger U-Bahn scharf verurteilt und zum Gebet für die Opfer und deren Angehörige aufgerufen. „Wieder sind schuldlose Menschen Opfer eines schändlichen Verbrechens geworden“, stellte der Generalsekretär des Weltkirchenrats, Pfarrer Olav Fykse Tveit, fest: „Wir bringen unser Mitgefühl zum Ausdruck und beten für die Opfer und deren Familien wie auch für das Volk von St. Petersburg und Russland in diesem tragischen Augenblick“.

In seinem Kondolenzschreiben an Patriarch Kyrill I. betonte Fykse Tveit, dass die Kirchen in aller Welt dem russischen Volk „mit Solidarität und Sympathie“ zur Seite stehen. In der Anteilnahme am Schmerz über das Attentat müsse zugleich sehr klar zum Ausdruck gebracht werden, dass es kein religiöses, politisches oder anderweitiges Anliegen gibt, dass eine solche feige Tat rechtfertigen könnte.
Der Generalsekretär des Weltkirchenrats erinnerte daran, dass der Moskauer Patriarch den Terrorismus immer mit Entschiedenheit verurteilt hatte. Insbesondere bei seinem Treffen mit Papst Franziskus in Havanna und bei seinem Pastoralbesuch in London habe Kyrill I. zum gemeinsamen Kampf gegen diese Geißel aufgerufen. Wörtlich fügte Fykse Tveit hinzu: „Wir appellieren an alle Staaten, die im Kampf gegen den Terrorismus aktiv sind, verantwortlich und klug zu handeln. Wir rufen alle Christen und alle, die an Gott glauben, zum leidenschaftlichen Gebet auf, dass es zu keinem neuen Weltkrieg kommt. Um einen festen und dauerhaften Frieden zu sichern, müssen besondere Anstrengungen unternommen werden, um die gemeinsamen Werte wieder zu entdecken, die auf dem Evangelium unseres Herrn Jesus Christus beruhen“.

Auch Al Azhar äußert sich

Die Al-Azhar-Universität in Kairo – die höchste Lehrautorität im sunnitischen Islam – hat das Attentat in der St. Petersburger U-Bahn ebenfalls verurteilt. Bereits kurz nach dem Anschlag forderte Al-Azhar eine dringende Bekämpfung des Terrorismus mit angemessenen internationalen Maßnahmen, um zB die Lieferung von Waffen und Ressourcen an terroristische Organisationen zu stoppen.
Ähnliche Forderungen hatte der Großimam der Universität, Scheich Ahmed al-Tayyeb, bereits am Sonntag bei einer Begegnung mit einer Delegation der Vollversammlung der Vereinten Nationen geäußert. Der interreligiöse Dialog reiche nicht aus, um die Verbreitung des Terrorismus zu verhindern, er müsse von globalen politischen Maßnahmen begleitet werden, die auf dem Prinzip der Gerechtigkeit gründen. Al-Tayyeb erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die Bemühungen der islamischen Universität zur Festigung der Dialog- und Kommunikationskanäle mit der katholischen Kirche. Anlässlich des Besuchs von Papst Franziskus in Ägypten an kommenden 28./29. April werden der Papst und der Großimam Grundsatzreferate bei einer Friedenskonferenz unter Schirmherrschaft der Al-Azhar-Universität halten. (ende)