Pro Oriente Logo

Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

Brückenschlag zwischen Russland und den Maroniten

Delegation der Kaiserlichen Orthodoxen Palästina-Gesellschaft traf mit dem maronitischen Kardinal-Patriarchen Bechara Boutros Rai zusammen

Beirut, 05.04.17 (poi) Die Beziehungen zwischen der maronitischen Kirche und Russland werden intensiviert: Eine Delegation der Kaiserlichen Orthodoxen Palästina-Gesellschaft traf in der Patriarchalresidenz in Bkerke mit dem maronitischen Patriarchen von Antiochien, Kardinal Bechara Boutros Rai, zusammen. Die Delegation aus Moskau wurde vom Präsidenten der Palästina-Gesellschaft, Sergej Stepanin, einem früheren Kurzzeit-Ministerpräsidenten, geleitet. Begleitet wurde die Delegation vom russischen Botschafter in Beirut, Alexander Zasypkin.

Kardinal Rai informierte die russischen Gäste über die Lage der maronitischen Kirche in Syrien, wo es drei maronitische Eparchien gibt. Der Patriarch kündigte an, dass er in naher Zukunft Aleppo besuchen wird. Sergej Stepanin schilderte die Aktivitäten der Kaiserlichen Orthodoxen Palästina-Gesellschaft, die sich u.a. um die Verteidigung der Rechte der Christen im Nahen Osten annimmt.

Die „Kaiserliche Orthodoxe Palästina-Gesellschaft“ wurde 1882 von orthodoxen Laien begründet. Ziel der Gesellschaft war von Anfang an die Unterstützung der russischen Pilger (im Heiligen Land, auf dem Berg Athos und in Bari), die pastorale, soziale und kulturelle Unterstützung für die Christen des Nahen Ostens sowie die wissenschaftliche Erforschung des historischen Erbes des Heiligen Landes. Im Hinblick auf die wissenschaftliche Tätigkeit überstand die russische Palästina-Gesellschaft unter Weglassung der Attribute „kaiserlich“ und „orthodox“ die Jahrzehnte der kommunistischen Herrschaft. Seit 1992 trägt sie wieder ihren ursprünglichen Namen und hat jetzt den Status einer international anerkannten NGO mit einer Vertretung bei den Vereinten Nationen. Das Netz von orthodoxen Schulen und Krankenhäusern wurde wiederaufgebaut (bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs hatte die Gesellschaft in den damals zum Osmanischen Reich gehörigen Territorien Syrien und Palästina 80 Schulen betrieben, an denen gratis Unterricht erteilt wurde). In den letzten Jahren entstanden u.a. auch ein Museums-Park in Jericho und ein Wissenschafts- und Kulturzentrum in Bethlehem, das Jahrzehnte hindurch zweckentfremdete St. Sergius-Zentrum in Jerusalem wurde wieder in Betrieb genommen. Die „Kaiserliche Orthodoxe Palästina-Gesellschaft“ führt aber auch umfangreiche Hilfsprogramme für die Inlandsflüchtlinge in Syrien und auch für die Menschen in Gaza durch. (ende)