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Franz König

Pro Oriente

Österreich: Ökumene solidarisch mit den Kopten

Vorsitzender des Ökumenischen Rates, Thomas Hennefeld, „entsetzt und betroffen“ über die Anschläge auf Kirchen in Tanta und Alexandrien – „Aber das Osterfest ist der Sieg des Lebens über den Tod“ - Kardinal Schönborn: "Unfassbare Tat"

Wien, 10.04.17 (örkö/poi) Die Solidarität mit den ägyptischen Christen angesichts des Doppelattentats auf Kirchen in Tanta und Alexandrien am Palmsonntag hat der Vorsitzende des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich (ÖRKÖ), Landessuperintendent Thomas Hennefeld (evangelisch-reformierte Kirche), in einem Schreiben an den für Österreich zuständigen koptischen Bischof Gabriel zum Ausdruck gebracht. Wörtlich betonte Hennefeld in dem Schreiben: „Ich bin entsetzt und betroffen über die furchtbaren Anschläge mit vielen Toten und Verletzten in Tanta und Alexandrien. Besonders erschüttert bin ich darüber, dass der Angriff koptischen Kirchen galt, in denen Menschen den Gottesdienst zum Palmsonntag feierten. Ich bin in diesen Stunden in Gedanken und in meinen Gebeten bei unseren koptischen Geschwistern, die diesen Anschlägen zum Opfer gefallen sind. Mein Mitgefühl gilt den Familien und Angehörigen ebenso wie der koptischen Kirche in Österreich. In wenigen Tagen feiern wir Ostern. In diesem Jahr fällt der Ostersonntag in der westlichen und östlichen Christenheit zusammen. Das Osterfest ist der Sieg des Lebens über den Tod. Möge trotz aller Trauer und allen Schreckens diese österliche Botschaft den Menschen Trost und Kraft geben“.

Mit Entsetzen und Betroffenheit hatte auch Kardinal Christoph Schönborn auf die Terroranschläge gegen koptische Christen in Ägypten reagiert: "Jeder, der menschlich empfindet, kann nur zutiefst verabscheuen, wenn schuldlose Menschen während des Gebets und innerhalb heiliger Handlungen zum Ziel eines Anschlags werden", sagte der Kardinal am Montag im Interview mit "Kathpress". Bereits am Sonntag habe er dem für die Kopten in Österreich zuständigen Bischof Anba Gabriel sein Mitgefühl und seine Solidarität bekundet, so der Wiener Erzbischof. Gleichzeitig rief er die Gläubigen auf, in der Karwoche bewusst für die Opfer und deren Angehörige, aber auch für die koptischen Christen insgesamt, die Menschen in Ägypten und für Papst Franziskus zu beten, der Ende April das Land besuchen wird.

Vor dem Hintergrund dieser "unfassbaren Tat" sei es umso erfreulicher, dass der Papst wie geplant dennoch nach Ägypten reisen wird, hielt der Kardinal fest. Es sei gerade jetzt ein "ganz starkes Zeichen", wenn Franziskus sowohl mit den koptischen Christen als auch mit den obersten Repräsentanten der islamischen Al-Azhar-Universität zusammentreffen wird. "Der Papst zeigt damit, wie wichtig der Weg des Dialogs ist, und dafür bin ich dankbar", so Schönborn.

Kardinal Schönborn hatte erst im Oktober des Vorjahrs Tawadros II. und die koptischen Christen in Ägypten offiziell besucht. Auf dem Programm stand damals u.a. eine Feier in der Kirche St. Peter und Paul unmittelbar neben der Markuskathedrale in Kairo. Wenige Wochen danach ereignete sich am 11. Dezember an diesem Ort ein verheerender Bombenanschlag, bei dem 25 Menschen getötet wurden.

Außenminister Kurz bei koptischem Trauergottesdienst

Außenminister Sebastian Kurz war am Montagabend in Wien in der Marienkathedrale im 22. Bezirk beim Trauergottesdienst der österreichischen Kopten für die Opfer des Doppelanschlags in Tanta und Alexandrien am Palmsonntag anwesend. Der Trauergottesdienst wurde von Anba Gabriel, dem für die Kopten in Österreich zuständigen Bischof, geleitet. "Kopten sind immer wieder Opfer von Gewalt und Verfolgung und verdienen unsere Solidarität", sagte der Außenminister. Österreich werde sich weiterhin für Religionsfreiheit und gegen Christenverfolgung einsetzen. Er sei dankbar für das Engagement von Bischof Gabriel und seiner Gemeinde und dafür, dass Kopten das christliche Leben in Österreich bereichern.

Unter den Trauergästen war auch „Pro Oriente“-Präsident Johann Marte. Seine Anwesenheit wurde als Zeichen der Solidarität der katholischen Kirche für die verfolgten Kopten besonders gewürdigt. Marte stimmte der Auffassung zu, dass hinter den Anschlägen in Tanta und in Alexandrien Kräfte der Muslimbrüderschaft stehen, denen es darum gehe, das ägyptische Volk zu spalten. (forts)