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Franz König

Pro Oriente

St. Petersburg: Panorthodoxe Solidarität

Ökumenischer Patriarch Bartholomaios I. kondolierte seinem Moskauer Amtskollegen Kyrill I. – Metropolit der einstigen russischen Hauptstadt ordnete 40-tägiges Gebet für die Opfer an

Moskau, 06.04.17 (poi) Täglich treffen in Moskau neue Beileidsbekundungen der Oberhäupter der orthodoxen Kirchen im Hinblick auf das Attentat auf die St. Petersburger U-Bahn ein. Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., schrieb, er habe mit tiefer Betrübnis die Nachricht über die “terroristische Attacke in der historischen Metropole St. Petersburg“ empfangen. Er bete darum, dass Gott als der „Herr des Lebens“ der Menschheit Frieden und den Seelen das Heil schenkt. Der Jerusalemer Patriarch Theophilos III. verurteilte mit Entschiedenheit das „Verbrechen in St. Petersburg“ und sicherte sein Gebetsgedenken zu. Der serbische Patriarch Irinej bezeichnete das Attentat als „großes Verbrechen nicht nur gegen das russische Volk, sondern gegen die ganze Welt“, die sich dem Bösen ausgesetzt sehe, das seinen Ursprung im Mangel an Nächstenliebe hat. Der armenisch-apostolische Katholikos-Patriarch Karekin II. entbot seine Kondolenz dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, dem „ganzen russischen Volk“, dem Moskauer Patriarchen Kyrill I. und den Familien der Opfer. Er bete um die Seelenruhe der Opfer, die Tröstung der Familien und um „Frieden und Sicherheit für Russland und sein gläubiges Volk“.

Der Metropolit von St. Petersburg, Warsonofij (Sudakow), hat angeordnet, dass in allen Gotteshäusern der Eparchie 40 Tage hindurch (wie es orthodoxe Tradition ist) für die Seelenruhe der Opfer und für die rasche Genesung der Verletzten gebetet werden soll. Alle Menschen, die wegen des Attentats in Sorge sind, seien herzlich eingeladen, in die Kirchen zu kommen. Ereignisse wie das Attentat vom Montag seien ein Hinweis auf die Präsenz des Bösen in der Welt, das seinen Ursprung „im Herzen des Menschen hat, der sich vom Teufel verführen lässt“. Nur Güte, Nächstenliebe und Solidarität könnten dieses Böse überwinden.

Am Mittwoch hatte der Metropolit in der St. Petersburger Dreifaltigkeitskathedrale einen Gedenkgottesdienst für die Opfer des Attentats in der U-Bahn zelebriert. Dabei wurden auch die Namen der Opfer anderer Terrorakte genannt, die St. Petersburg betroffen haben, wie die Passagiere des Fluges Sharm-el-Sheich-St. Petersburg am 31. Oktober 2015 oder die des Expresszuges Moskau-St. Petersburg am 27. November 2009. Am Mittwochabend fand auf dem Petersburger Marsfeld eine Gedenkveranstaltung für die Opfer statt, bei der die Teilnehmenden mit Kerzen in den Händen den Schriftzug „14:40“ (der Zeitpunkt des Attentats) formten. (forts mgl)