Pro Oriente Logo

Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

Ostern ist das „Hochfest der Hochfeste“

Wiener orthodoxer Metropolit Arsenios (Karmadakis): Es geht nicht nur um ein Ereignis aus der Vergangenheit, sondern um die Änderung des eigenen Lebens heute

Wien, 16.04.17 (poi) Ostern als „Fest der Feste“ beschränkt sich nicht auf einige wenige Tage des liturgischen Jahres, es ist das „Hochfest der Hochfeste“, das der ganzen Existenz der Christen erst Sinn verleiht, betonte der orthodoxe Metropolit von Austria, Arsenios (Kardamakis), in seiner Osterbotschaft. Wörtlich stellte der Metropolit fest: „Zu Ostern erinnern wir uns nicht nur einfach an ein Ereignis aus der Vergangenheit, sondern leben heute die Bedeutung des Opfers Christi, nicht nur emotional, sondern existenziell, als Zeichen der Änderung unseres eigenen Lebens, als Möglichkeit der Umkehr und Rückkehr zu Ihm“. Die österliche Freude sei dann wahrhaft, wenn dieses Fest der Anlass wird, „das Reich Gottes zu leben“, wenn „der alte Mensch zu neuem Leben geführt wird, zum Leben der Auferstehung“.

Es sei sein Wunsch, so der Metropolit, dass das „Licht der Auferstehung Christi“ die Schritte und den Weg der Menschen erleuchten möge: „Es erfasse mit seinem Schein die Familien und jeden einzelnen persönlich, damit sich das Leben an diesem unauslöschlichen Licht ausrichte, dem es möglich ist, jegliche Finsternis zu besiegen und die menschliche Existenz zu erleuchten“.

Im Hinblick darauf, dass heuer „westliches“ und „östliches“ Osterfest auf den 16. April zusammenfallen, hatte sich Metropolit Arsenios vor kurzem in einem „Kathpress“-Interview dafür ausgesprochen, die Bemühungen für einen gemeinsamen Ostertermin zu intensivieren, um endlich immer gemeinsam das höchste Fest der Christenheit zu begehen. "Ostern sollte von allen Christen gemeinsam gefeiert werden", so der Metropolit wörtlich. Damit würden die Kirchen auch dem Willen Jesu entsprechen, "dass wir alle eins sind". Unabhängig vom Termin würde er sich aber auch mehr gemeinsame ökumenische Gottesdienste oder auch Gebetsfeiern in der Osterzeit wünschen, so der Metropolit.

Als Ostertermin hat das Konzil von Nizäa 325 den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond festgelegt. Als Frühlingsbeginn gilt dabei der 21. März; frühester Ostertermin ist deshalb der 22. März, spätester der 25. April. Seit dem 16. Jahrhundert folgen östliche und westliche Kirchen zur Berechnung des Ostertermins aber unterschiedlichen Kalendern: die orthodoxen und orientalisch-orthodoxen Kirchen richten sich nach dem auf Julius Caesar zurückgehenden Julianischen Kalender, katholische und evangelische Kirche folgen dem 1582 von Papst Gregor XIII. reformierten Gregorianischen Kalender. Gegenüber dem Gregorianischen Kalender liegt der 21. März des Julianischen Kalenders aber derzeit 13 Tage später; daher verschiebt sich das orthodoxe Osterfest manchmal um eine Mondphase. Die Ostertermine können deshalb bis zu fünf Wochen auseinander fallen. Der nächste gemeinsame Ostertermin fällt auf das Jahr 2025 – in diesem Jahr wird zugleich auch das 1.700-Jahr-Jubiläum des Konzils von Nicäa gefeiert, es war das erste Konzil der damals noch ungeteilten Kirche. Teilnehmer waren die Bischöfe aus allen Teilen des Römischen Reiches. Von den Bischöfen aus anderen Staaten (etwa dem Persischen Reich usw.) konnten nur wenige teilnehmen. (ende)