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Franz König

Pro Oriente

Sant’Egidio gedenkt der neuen Märtyrer

Gleichzeitig mit dem Besuch von Papst Franziskus in der Basilika San Bartolomeo auf der Tiber-Insel findet in Wien ein Gebet für die Märtyrer in der Hildegard-Burjan-Kapelle der Zentrale der Schwesterngemeinschaft „Caritas Socialis“ in Wien-Alsergrund statt

Wien, 20.04.17 (poi) Die Gemeinschaft Sant’Egidio gedenkt an diesem Wochenende in aller Welt der „neuen Märtyrer“ – „im Zeichen dieses außergewöhnlichen großen Osterfestes, das die Einheit der Christen bezeugt hat, weil alle zum selben Termin feiern konnten“. In Österreich gibt es ein solches Sant’Egidio-Gebet für die Märtyrer (auf deutsch und arabisch) am Freitag, 21. April, um 18 Uhr in der Innsbrucker Kapuzinerkirche und am Samstag, 22. April, um 18.30 Uhr in der Hildegard-Burjan-Kapelle in der Zentrale der Schwesterngemeinschaft „Caritas Socialis“ in der Pramergasse in Wien-Alsergrund. Zeitgleich wird Papst Franziskus in der von Sant’Egidio betreuten Basilika San Bartolomeo auf der römischen Tiber-Insel der Märtyrer von heute gedenken. Die Basilika San Bartolomeo ist seit dem Jahr 2000 in der Obhut der Gemeinschaft Sant’Egidio. In San Bartolomeo werden die Märtyrer des 20./21. Jahrhunderts verehrt, unter ihnen auch der selig gesprochene österreichische Kriegsdienstverweigerer Franz Jägerstätter.

In einer Erklärung des österreichischen Zweigs von Sant’Egidio wird daran erinnert, dass die Karwoche heuer mit dem großen Schmerz über die islamistischen Attentate auf die koptische Georgskirche im ägyptischen Tanta und auf die Markuskathedrale in Alexandrien begonnen hat. In Innsbruck besuchten Mitglieder von Sant’Egidio gemeinsam mit zahlreichen anderen christlichen Vertretern am Dienstag der Karwoche die örtliche koptische Gemeinde, um im Gedenken und in der Trauer mit den koptischen Christen vereint zu sein.

Bereits in der Woche vor dem Palmsonntag hatte Sant’Egidio weltweit zum ökumenischen Gedenken an die Glaubenszeugen von heute aufgerufen. In Österreich fand in der Innsbrucker Kapuzinerkirche ein solcher Gedenkgottesdienst statt. Der evangelisch-lutherische Superintendent Olivier Dantine stand dem ökumenischen Gottesdienst vor, zahlreiche Jugendliche – vor allem aus den nahöstlichen Ländern - gestalteten die Feier mit großem Einsatz mit. Zum Abschluss wurde ein Lied des Seligen Franz Jägerstätter gesungen, der während des Nationalsozialismus als Märtyrer des Friedens und der Gewaltlosigkeit sein Leben hingegeben hat.

In zahlreichen Städten der Welt fanden in der Woche vor dem Palmsonntag Gebetswachen für die neuen Märtyrer statt. So wurden in München und Aachen Namen von Glaubenszeugen aller Kontinente und Konfessionen verlesen; diese Märtyrer hatten in den vergangenen Monaten und Jahren den Einsatz für das Evangelium, die Armen und für den Frieden mit dem Leben bezahlt. Die Gedenkgebete sollten die die Solidarität der Gemeinschaft Sant’Egidio weltweit mit den vielen Glaubensgeschwistern zum Ausdruck bringen, die ihr Zeugnis für das Evangelium unter großen Schwierigkeiten und Gefahren leben.

Niemals zuvor seien weltweit so viele Christen um ihres Glaubens willen Opfer von Gewalt und Verfolgung geworden wie im 20. und am Beginn des 21. Jahrhunderts, so Sant’Egidio. Unerschrocken setzten sich bis heute Männer und Frauen aller Kirchen und Konfessionen für Gerechtigkeit und Frieden ein, oft um den Preis ihres Lebens. Indem die Gemeinschaft Sant ́Egidio mit vielen anderen Bewegungen und christlichen Konfessionen an die Namen und Geschichten der Märtyrer erinnert, möchte sie das Erbe dieser Glaubenszeugen aufgreifen, „denn ihr Leiden soll nicht vergeblich sein“.

Im Sinne dieser Erinnerung hatten Mitglieder von Sant’Egidio am Palmsonntag an zahlreichen Brennpunkten des Weltgeschehens – von Syrien bis China, von Großbritannien bis Australien – „Palmzweige des Friedens“ verteilt, auch in Krankenhäusern, Kinderheimen, Seniorenresidenzen usw. (ende)