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Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

Trauer um polnischen orthodoxen Erzbischof Jeremiasz

Der überzeugte Vorkämpfer der Ökumene gehörte der Internationalen Kommission für den theologischen Dialog zwischen orthodoxer und katholischer Kirche an und war ein langjähriger Freund der Stiftung “Pro Oriente”

Warschau, 18.04.17 (poi) Der orthodoxe Erzbischof Jeremiasz (Anchimiuk) von Breslau (Wroclaw) und Stettin (Szczecin) ist in der Nacht auf Ostermontag nach längerer Krebserkrankung gestorben. Der polnische orthodoxe Erzbischof starb im Krankenhaus. Erzbischof Jeremiasz war ein überzeugter Vorkämpfer der Ökumene. Er war seit 2002 Vorsitzender der Polska Rada Ekumeniczna (des Polnischen Ökumenischen Rates), er gehörte der Internationalen Kommission für den theologischen Dialog zwischen orthodoxer und katholischer Kirche an und war ein langjähriger Freund der Stiftung „Pro Oriente“ (u.a. war er an dem großen wissenschaftlichen Projekt zur Erforschung der Union von Brest beteiligt). Von 1975 bis 1991 gehörte er dem Zentralkomitee des Weltkirchenrats an. Seit 1982 arbeitete er in einem interkonfessionellen Arbeitskreis zur Herausgabe einer ökumenischen polnischen Bibelübersetzung mit.

Der im 74. Lebensjahr stehende Erzbischof stammte aus dem Gebiet von Bialystok. Er studierte orthodoxe Theologie in Warschau und im russischen Sergijew Possad, später studierte er auch an der evangelisch-reformierten Theologischen Fakultät in Zürich. Ab 1968 unterrichtete er an der Theologischen Akademie in Warschau. In seiner Dissertation behandelte er das Thema „Origenes und die moderne Exegese“. Am Lehrstuhl für Neues Testament wurde er 1981 Professor, von 1996 bis 2001 und dann wieder von 2008 bis 2012 war er Rektor der Theologischen Akademie.

1983 wurde er Mönch und dann in rascher Folge zum Priester geweiht und zum Bischof gewählt (zunächst als Auxiliarbischof des Metropoliten von Warschau, später als Bischof und dann als Erzbischof von Wroclaw). (forts mgl)