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Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

Benedikt-Ikone im Mittelpunkt des 13. Ökumenischen Gottesdienstes von behinderten und nichtbehinderten Menschen

Serbisch-orthodoxer Bischof Andrej: „Auch wenn wir getrennt sind, muss die Ökumene weitergehen“

Wien, 23.04.17 (poi) Eine Ikone des Heiligen Benedikt stand im Mittelpunkt des 13. Ökumenischen Gottesdienstes im Zeichen des Miteinanders von „unterschiedlich begabten Menschen“ (Menschen mit und ohne Behinderung) in der Pfarrkirche Namen Jesu am Schedifkaplatz in Wien-Meidling. Der rumänisch-orthodoxe Priester Florin Gasca, Seelsorger seiner Kirche in Wiener Neustadt und „Ikonenschreiber“, hatte sie mitgebracht. Gasca schilderte, dass der Heilige Benedikt sein Lieblingsheiliger sei; deshalb habe er dem Heiligen diese große Ikone gewidmet. Der Heilige Benedikt werde wie viele westliche Heilige der ungeteilten Christenheit des ersten Jahrtausends auch in der Ostkirche sehr verehrt. „Diese Heiligen gehören zu beiden Kirchen“, betonte der Priester.

Der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej (Cilerdzic) überbrachte als Ökumene-Referent der Orthodoxen Bischofskonferenz in Österreich die Segenswünsche von Metropolit Arsenios (Kardamakis) und der anderen orthodoxen Bischöfe. Bischof Andrej sagte, es sei kein Zufall, dass eine Ikone des Heiligen Benedikt im Mittelpunkt des ökumenischen Gottesdienstes in der Kirche Namen Jesu stehe, denn Benedikt sei es darum gegangen, „den Menschen und der Kirche zu dienen“. „Auch wenn wir getrennt sind, muss die Ökumene weitergehen“, betonte der serbisch-orthodoxe Bischof: „Wir ergänzen einander, wir können voneinander lernen“. Entscheidend sei der gemeinsame Blick auf Jesus, „Passion und Auferstehung des Herrn verbinden uns“.

Der emeritierte altkatholische Bischof Bernhard Heitz arbeitete in seiner Predigt heraus, dass Ostern ein Bild der „Liebesgeschichte Gottes mit den Menschen“ ist: „Tod und Elend haben nicht das letzte Wort, Leben und Liebe sind stärker als der Tod“. Zugleich verwies er auf die besondere Rolle, die Maria von Magdala in der Verbreitung der Osterbotschaft zukommt; die Ostkirche habe ihr deshalb schon früh den Titel einer „Apostolin der Apostel“ zugesprochen. Der Gottesdienst stand unter dem Motto des im Johannes-Evangelium überlieferten Jesus-Wortes an Maria von Magdala: „Halte mich nicht fest“.

An der Gestaltung des Gottesdienstes, der von Weihbischof Franz Scharl geleitet wurde, hatten behinderte Menschen großen Anteil. Sie brachten im Wort und durch Zeichen zum Ausdruck, was sie bewegt. Ein berührendes Zeichen waren die bunten Flaumfedern, die zum Abschluss des Gottesdienstes an die Mitfeiernden verteilt wurden.

Zu dem Gottetsdienst hatten der Ökumenische Rat der Kirchen, die „Kategoriale Seelsorge“ der Erzdiözese Wien, die Caritas, die Diakonie und die Schwesterngemeinschaft „Caritas Socialis“ gemeinsam eingeladen. (ende)