Pro Oriente Logo

Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

Nuntius Zurbriggen würdigt Glaubenstreue der rumänischen Katholiken des byzantinischen Ritus

Festgottesdienst in der Rochuskapelle in Wien-Penzing – Segenswünsche von Papst Franziskus zum 40-Jahr-Priesterjubiläum des Wiener rumänisch-katholischen Seelsorgers Vasile Lutai

Wien, 07.05.17 (poi) Die Glaubenstreue der rumänischen Katholiken des byzantinischen Ritus würdigte der Apostolische Nuntius, Erzbischof Peter Stephan Zurbriggen, am Sonntag bei einem feierlichen rumänisch-katholischen Gottesdienst in der Rochuskapelle in Wien-Penzing, bei dem er zugleich auch die Segenswünsche von Papst Franziskus zum 40-Jahr-Priesterjubiläum des Wiener rumänisch-katholischen Seelsorgers Kan. Vasile Lutai überbrachte. In seiner Predigt verwies Nuntius Zurbriggen darauf, dass Papst Franziskus nicht müde werde, immer wieder daran zu erinnern, dass die Barmherzigkeit, wie Christus sie vorgelebt hat, der „Grundpfeiler des Glaubenslebens“ ist. Die Barmherzigkeit stoße die „Tür des Herzens“ auf.

Heute bestehe die Gefahr, an der „äußeren Gestalt“ der Kirche hängen zu bleiben und sie nur als „einen von vielen Vereinen“ zu sehen, bedauerte der Nuntius. In der Folge werde die Kirche dann ausschließlich soziologisch betrachtet. „Die Kirche ist aber kein Verein, aus dem man ein- und austreten kann“, sagte Erzbischof Zurbriggen wörtlich. Sie sei vielmehr „Heilsgemeinschaft“, an der die Christen durch die Taufe Anteil haben. In der Kirche gebe es „Sünder und Heilige“, sie sei eine „Familie“, die miteinander unterwegs ist.

Das Wichtigste, was man in der Familie weiterschenken könne, sei der Glaube, unterstrich der Nuntius. In diesem Zusammenhang betonte er auch die Rolle der Großeltern. Entscheidend sei, den Glauben „überzeugend und mutig“ zu leben, sagte Erzbischof Zurbriggen: „Wir brauchen uns nicht zu schämen, Christen und katholisch zu sein“. Am Arbeitsplatz, in der Familie, im Freundeskreis werde aufmerksam beobachtet, wie die Christen „den kleinen Weg des Alltags“ gehen und ob sie im Sinn vieler Heiligen – wie etwa der Heiligen Therese von Lisieux – „die kleinen Dinge gut tun“.

In Christus zu bleiben bedeute, auch in der Kirche zu bleiben, betonte der Nuntius und erinnerte an das Wort des emeritierten Papstes Benedikt XVI.: „Wer glaubt, ist nicht allein“. Der Gläubige stehe vielmehr in der universalen Gemeinschaft der Kirche.

Am Beginn des Gottesdienstes hatte Vasile Lutai an die Geschichte der unierten Kirche in Rumänien erinnert. Vor mehr als 300 Jahren sei die Union von Siebenbürgen geschlossen worden, weil die Vorfahren überzeugt gewesen seien, dass der christliche Glaube in Siebenbürgen und in Rom der selbe ist. Es sei zur Wiederaufnahme der Gemeinschaft mit dem Nachfolger des Heiligen Petrus gekommen, weil die Vorfahren erkannt hätten, dass der Papst eine besondere Funktion im Dienst an der Einheit der ganzen Kirche hat. Dieser Überzeugung sei seine Kirche immer treu geblieben, sagte Lutai, auch als nach 1948 die Verfolgung durch die kommunistischen Machthaber einsetzte. Unter den damals zwölf griechisch-katholischen Bischöfen in Rumänien sei kein einziger „Verräter“ gewesen.

Nuntius Zurbriggen überbrachte Vasile Lutai zum Abschluss der Liturgie den apostolischen Segen des Papstes und wünschte ihm Festigkeit „in Glaube, Hoffnung und Liebe“. Bereits bei der liturgischen Begrüßung hatte der Nuntius das Engagement des rumänisch-katholischen Seelsorgers „im Dienst an Gott und den Menschen“ gewürdigt.

Bei dem feierlichen Gottesdienst in der Rochuskapelle – wo die rumänischen unierten Katholiken allsonntäglich die Liturgie feiern – nahmen auch der rumänische Botschafter in Österreich, Bogdan Mazuru, und der (von 2010 bis 2014 in Bukarest tätige) frühere österreichische Botschafter in Rumänien, Michael Schwarzinger, teil. (ende)