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Franz König

Pro Oriente

Trump-Besuch in der Grabeskirche: Wunsch nach Frieden

Franziskaner-Kustos P. Patton empfing den US-Präsidenten und dessen Frau gemeinsam mit dem orthodoxen und dem armenischen Patriarchen an der Eingangspforte der „Anastasis“

Jerusalem, 23.05.17 (poi) „Wir haben gegenüber Präsident Trump den Wunsch zum Ausdruck gebracht, dass der Weg des Friedens weitergeht und den ganzen Nahen Osten einbezieht. Als Geistliche haben wir ihm unser Gebet für den Frieden zugesichert, das ist unsere Aufgabe. Die konkrete Arbeit für den Frieden ist Sache der Staatschefs und der Diplomaten“: Mit diesen Worten schilderte der Franziskaner-Kustos für das Heilige Land, P. Francesco Patton, die Begegnung mit dem US-Präsidenten, der am Montag gemeinsam mit seiner Frau Melania die Grabeskirche (Anastasis) in Jerusalem besucht hatte. P. Patton erwartete den Präsidenten und dessen Frau gemeinsam mit dem griechisch-orthodoxen Patriarchen Theophilos III. und dem armenisch-apostolischen Patriarchen Nourhan Manougian an der Eingangspforte der Grabeskirche.

Trump und seine Frau hätten beim Besuch der Basilika aufmerksam allen Erklärungen gelauscht, sagte P. Patton im Gespräch mit der italienischen katholischen Nachrichtenagentur SIR. Der US-Präsident habe auch die „Aedicula“ – die neu renovierte Kapelle über dem leeren Grab – betreten und sei dort „einen Moment gesammelt verharrt“. Vor allem die Frau des Präsidenten habe sich auch religiös interessiert gezeigt (sie gilt als katholisch, die Trauung mit Trump fand aber in einer episkopalianischen Kirche statt).

Mit seiner Reise von der Arabischen Halbinsel über Jerusalem nach Rom habe Trump offensichtlich Respekt gegenüber den drei großen Religionen zum Ausdruck bringen wollen, die sich auf Abraham berufen, stellte P. Patton fest. Die Intention des Präsidenten, durch die Einbeziehung der drei Religionen - Judentum, Christentum, Islam – als „Instrumente des Dialogs“ den Terrorismus zu besiegen und den Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern wieder in Gang zu bringen, ist für den Franziskaner-Kustos ein Zugang, der für die „Sache des Friedens hilfreich sein kann – trotz des Abkommens über Waffenlieferungen an Saudiarabien“. Auf jeden Fall hätten auch der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin und Ministerpräsident Benjamin Netanyahu den Beitrag der drei Religionen für den Frieden unterstrichen. Dieser Beitrag werde auch von Papst Franziskus immer wieder hervorgehoben, der auf der Notwendigkeit des Dialogs bestehe, um die fundamentalistischen und radikalen Komponenten auszuschalten und so die wahrhafte, auf den Frieden ausgerichtete Wurzel der Glaubensbekenntnisse hervortreten zu lassen, die sich auf Abraham berufen.

P. Patton bedauerte im Gespräch mit SIR, dass der ursprünglich vorgesehene Besuch des Präsidenten in der Geburtsbasilika in Bethlehem „wahrscheinlich wegen der vielen Verpflichtungen“ nicht stattfinden konnte. (forts mgl)