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Franz König

Pro Oriente

Fünfteilige Ö 1-Sendereihe über die Geschichte Armeniens

Die in Salzburg lehrende Armenologin Jasmine Dum-Tragut ist ab 29. Mai in der Sendefolge „Armenische Geschichte, spannend, einfach und mit Herz erzählt“ zu hören

Wien-Salzburg, 24.05.17 (poi) Armenien, die „grausame Geschichte eines kleinen Landes und einer großen Kultur“, steht im Mittelpunkt einer fünfteiligen Sendefolge mit der in Salzburg lehrenden Armenologin Univ.Doz. Jasmine Dum-Tragut im Rahmen der Ö 1-Sendereihe „Betrifft: Geschichte“. Die von Hanna Ronzheimer gestalteten Sendungen werden unter dem Gesamttitel „Armenische Geschichte, spannend, einfach und mit Herz erzählt. Fünf Ereignisse, die die Geschichte des Armenisches Volks geprägt haben“ von Montag, 29. Mai, bis Freitag, 2. Juni, jeweils um 17:55 Uhr auf Ö 1 ausgestrahlt.

Der Name Armenien taucht das erste Mal in der Zeit der Perser, um 520 vor Christus auf. Er bezieht sich vermutlich auf den Herrscher Arame, der sein Volk in das damalige Reich Urartu führte, wo es die Herrschaft übernahm und einen Staat aufbaute - der im Lauf der Geschichte immer wieder in Konflikte mit Persern, Römern, Arabern, Seldschuken usw. geriet. Armenien war das erste Land der Welt, das im Jahr 301 das Christentum zur Staatsreligion erhob. Seither sind das armenische Volk und die armenische Kultur zutiefst mit dem Christentum verbunden.

Im 19. Jahrhundert war Armenien zwischen dem Russischen Reich und dem Osmanischen Reich geteilt. Die „Armenische Frage“ – bei der es vor allem um weitgehende Autonomie für die osmanisch gebliebenen Gebiete Westarmeniens ging – war ein Brennpunkt der Weltpolitik. Nach der Machtergreifung des jungtürkischen Komitees für Einheit und Fortschritt (Ittihad ve Terakki) in Konstantinopel begann 1915 im Schatten des Ersten Weltkriegs der Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich und damit eines der schwärzesten Kapitel der armenischen Geschichte. Dem Völkermord durch osmanische Militär- und Gendarmerie-Einheiten, aber auch durch kurdische und osmanische Milizen fielen bei Massakern und Todesmärschen in die syrische Wüste bis zu 1,5 Millionen Armenier zum Opfer.

1922 wurde die neu entstandene Republik Armenien, geschrumpft auf den östlichen Teil des Ursprungsgebietes (und des Zugangs zum Schwarzen Meer beraubt), Teil der bolschewistischen Sowjetunion. Am 21. September 1991 erklärte Armenien seine Unabhängigkeit. Die Erinnerung an den Genozid ab 1915, aber auch an den Kampf um die ehemaligen westarmenischen Gebiete und die Auseinandersetzung mit Aserbaidschan um die Region Artsach (Berg-Karabach) prägen bis heute das Leben Armeniens. (ende)