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Franz König

Pro Oriente

Vatikan und Israel einigen sich über juridische Fragen

Optimistisches Kommunique über die jüngste Vollversammlung der ständigen vatikanisch-israelischen bilateralen Kommission - Es geht um die juridische und steuerlihe Positionierung der katholischen Einrichtungen

Vatikanstadt, 16.06.17 (poi) In den seit mehr als 20 Jahren andauernden Verhandlungen zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Staat Israel über die Situation der katholischen kirchlichen Einrichtungen zeichnet sich eine Einigung ab. Im Kommunique über die jüngste Vollversammlung der ständigen vatikanisch-israelischen bilateralen Kommission, die am 13. Juni im Vatikan stattgefunden hatte, wird ausdrücklich der beiderseitige Wunsch nach „rascher Beendigung der Verhandlungen“ und „Unterzeichnung eines Abschlussdokuments“ bekundet. Bereits im Dezember 1993 hatten Israel und der Heilige Stuhl einen Grundlagenvertrag geschlossen, mit dem der Vatikan die Existenz Israels anerkannte. Die diffizilen Probleme der juridischen und steuerlichen Positionierung der zahlreichen katholischen Einrichtungen im heutigen Israel – die Vorrechte gehen zumeist auf osmanische Zeit zurück – wurden aber unter Berufung auf Artikel 10 des Grundlagenvertrags einer bilateralen Kommission überlassen. Die Verhandlungen dieser Kommission haben sich nun über nahezu ein Vierteljahrhundert hingezogen.

Die Verhandlungsrunde am 13. Juni wurde von vatikanischer Seite von Msgr. Antoine Camilleri (Päpstliches Staatssekretariat) und dem israelischen Minister für regionale Zusammenarbeit, Tzachi Hanegbi, geleitet. Hanegbi begegnete am 14. Juni Papst Franziskus zu einem kurzen Gruß im Rahmen der Generalaudienz. Der Minister traf außerdem mit dem vatikanischen „Außenminister“, Erzbischof Paul Richard Gallagher, zu einem Gespräch zusammen. Dabei wurden besonders die Fortschritte zum Abschluß des Finanzabkommens zwischen Israel und dem Heiligen Stuhl hervorgehoben..(ende)