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Franz König

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Abu Dhabi: Große Moschee trägt jetzt den Namen „Marias, der Mutter Jesu“

Bischof Hinder bezeichnet die auf Initiative des Kronprinzen durchgeführte Umbenennung als „wichtige Geste der Toleranz“, die „Offenheit und Interesse am Dialog“ zeige

Abu Dhabi, 19.06.17 (poi) Eine der größten neuen Moscheen in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate (VAR), wurde jetzt in Moschee „Marias, der Mutter Jesu“ (arabisch: „Mariam, Umm Isa“) umbenannt. Das Gotteshaus mit vier Minaretten trug bisher den Namen „Scheich Mohammed Bin Zayed-Moschee“. Die Umbenennung wurde von Scheich Mohammed Bin Zayed Al Nahyan, dem Kronprinzen des Fürstentums Abu Dhabi (und stellvertretenden Oberkommandierenden der VAR-Armee), angeordnet.

Der für die Vereinigten Arabischen Emirate zuständige Apostolische Vikar, Bischof Paul Hinder, sagte im Gespräch mit der katholischen Nachrichtenagentur „AsiaNews“, er sehe in der Umbenennung der Moschee eine „wichtige Geste der Toleranz“ und „eine positive Annäherung“ der muslimischen Führungsschicht an die Christen, ein Schritt, der „Offenheit und Interesse am Dialog“ zeige. Bischof Hinder erinnerte daran, dass die Moschee nur wenige Schritte von der katholischen Josefskathedrale entfernt ist, damit werde der Wille zum Miteinander der beiden Religionen bekundet. In einer offiziellen Erklärung des Apostolischen Vikariats wird darauf verwiesen, dass Muslime wie Christen Maria, die Mutter Jesu, verehren, die in Bibel und Koran eine erstrangige Gestalt sei und ein „wichtiges Bindeglied“ zwischen den beiden Religionen darstelle. Die Geste des Kronprinzen werde nicht nur in den Vereinigten Arabischen Emiraten zu Frieden und wechselseitigem Verständnis beitragen, sondern auch „in der ganzen Region“.

Beobachter in Abu Dhabi interpretieren die Entscheidung des Kronprinzen als Hinweis auf die Entschlossenheit der Staatsführung, in einer „Zeit der Spannungen und der Gewalttätigkeit“ im Nahen Osten die Beziehungen zwischen den Gläubigen der unterschiedlichen Religionen zu konsolidieren. Scheicha Lubna Al-Qasimi, die Staatsministerin für Toleranzfragen, dankte dem Kronprinzen für seine Entscheidung, die ein „Beispiel“ und ein „schönes Bild der Toleranz und Koexistenz“ in einem Staat wie den VAR sei, in dem Migranten aus mehr als 200 Ländern leben.(ende)