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Franz König

Pro Oriente

Neuordnung der Auslandsseelsorge des syrisch-katholischen Patriarchats

Erzbischof Casmoussa ist jetzt für die durch die Emigrationsbewegung ständig wachsende syrisch-katholische Gemeinschaft in Australien zuständig – Sein Nachfolger als Apostolischer Visitator für die syrisch-katholischen Gläubigen in Westeuropa ist ein erst 37-jähriger Priester

Vatikanstadt, 22.06.17 (poi) Papst Franziskus hat die Auslandsseelsorge des syrisch-katholischen Patriarchats neu geordnet. Erzbischof Basil Georges Casmoussa – eine der angesehensten Persönlichkeiten der syrisch-katholischen Kirche – wurde zum neuen Apostolischen Visitator für die syrisch-katholischen Gläubigen in Australien ernannt, wo es auf Grund der Emigrationsbewegung der Christen aus dem Nahen Osten eine ständig wachsende syrisch-katholische Gemeinschaft gibt. Bisher war Erzbischof Casmoussa als Apostolischer Visitator für die syrisch-katholischen Gläubigen in Westeuropa tätig. In dieser Funktion folgt ihm der erst 37-jährige P. Rami Al-Kabalan nach, der bisher Vizeprokurator des syrisch-katholischen Patriarchats beim Heiligen Stuhl war.

Der 1938 in Qaraqosh/Bagdida in der Ninive-Ebene geborene Casmoussa war von 1999 bis 2011 syrisch-katholischer Erzbischof von Mosul. Auch damals war ab 2003 – noch vor dem Einmarsch der IS-Terroristen – die Situation der Christen in Mosul wegen der permanenten Unsicherheit überaus schwierig. Am 17. Jänner 2005 wurde Casmoussa – der auch mit der Wiener Stiftung „Pro Oriente“ eng verbunden ist – vor seiner Kathedrale von bewaffneten „Unbekannten“ in ein Auto gezerrt und verschleppt. Der Vatikan verurteilte die Entführung scharf und sprach von einer terroristischen Tat. Es wurde die sofortige Freilassung gefordert. Nach 24 Stunden wurde der Erzbischof ohne Zahlung von Lösegeld wieder freigelassen. 2011 war aber die Situation Casmoussas in Mosul unhaltbar geworden, er ging in den Libanon und war dort zunächst an der Kurie des syrisch-katholischen Patriarchen tätig.

P. Al-Kabalan stammt aus Homs, er studierte im Libanon und wurde 2005 zum Priester für die syrisch-katholische Eparchie Homs geweiht. In der Folge setzte er seine Studien – vor allem in Kirchenrecht - in Rom fort, wo er u.a. mit einem Beitrag für einen kritischen Sammelband über die jüngste Reform der Eheannullierungen hervortrat. (ende)