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Franz König

Pro Oriente

Eine „zärtliche Geste des Papstes“ für die leidenden Syrer

Der Nuntius in Damaskus, Kardinal Zenari, unterstreicht die Notwendigkeit eines „Endes der Gewalt“, um eine „politische Lösung des Konflikts“ möglich zu machen

Vatikanstadt-Damaskus, 24.06.17 (poi) Er sei „gleichsam in Begleitung der 23 Millionen Syrer“ am Freitag zu Papst Franziskus gegangen, um einen neuerlichen Einsatz des Heiligen Stuhls für ein Ende der Gewalt zu erbitten, berichtete der Apostolische Nuntius in Damaskus, Kardinal Mario Zenari, am Samstag im Gespräch mit „Radio Vatikan“. Der Nuntius war zur Teilnahme an der 90. Vollversammlung der ROACO (Vereinigung der Hilfswerke für die orientalischen Kirchen) nach Rom gekommen. Viele Syrer – Katholiken, andere Christen, Muslime, Angehörige anderer Religionen – „schätzen den Papst sehr und danken ihm für alles, was er für sie tut“, so Zenari: „Sie wissen, dass der Papst nicht nur betet, sondern auch konkret auf internationaler Ebene viel in Bewegung bringt“. Als der Kardinal schon an der Tür stand und gehen wollte, sagte ihm der Papst: „Bring allen Syrern, die leiden, eine zärtliche Geste mit“.

Eine politische Lösung des Konfliktes, der seit 2011 tobt, sei nach wie vor in weiter Ferne, befürchtet der Nuntius. Insbesondere aus den IS-Hochburgen er-Rakka und Deir-ez-Zor kämen besorgniserregende Nachrichten, berichtet der Kardinal mit Blick auf die Menschen, die dort festsitzen: „Man müsste wohl humanitäre Korridore einrichten. Was die politische Lösung betrifft, da würde ich sagen, dass zuerst die Gewalt aufhören muss. Das Übereinkommen von Astana vom vergangenen 4. Mai wäre vielversprechend, aber die Probleme kommen bei der praktischen Umsetzung zutage. Das, was man jetzt erreichen muss, ist ein Ende der Gewalt“.

Die Suche nach einer politischen Lösung müsse hartnäckig weiter verfolgt werden, betont der Kardinal. Ein Weg dazu seien die Genfer Gespräche. Doch: „Man darf nicht leugnen, wie kompliziert die Wirklichkeit ist. Ein Syrer hat mir vor zwei Wochen bitter die ausländischen Fahnen aufgezählt, die derzeit auf syrischem Territorium präsent sind. Da sind Truppen und Soldaten… Deshalb würde ich sagen, dass es sich um einen sehr komplexen Konflikt handelt, doch mit der Hilfe der internationalen Gemeinschaft muss man zu einer politischen Lösung kommen. Doch ich wiederhole, der erste Schritt muss das Ende der Gewalt sein, um humanitäre Hilfe zu ermöglichen“ . (ende)