Pro Oriente Logo

Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

Papst will volle Einheit mit orthodoxer Kirche

Bezugnahme auf die Erfahrung des ersten Jahrtausends, als „die selben Wahrheiten des Glaubens bewahrt und die mit der Lehre der Apostel und der Konzilien zu vereinbarenden theologischen, spirituellen und kanonischen Traditionen gepflegt“ wurden – Keine „gleichförmige Uniformität“ - Begegnung mit der Delegation des Patriarchats von Konstantinopel, die zum Patronatsfest der Kirche von Rom in den Vatikan gekommen ist

Vatikanstadt, 27.06.17 (poi) Papst Franziskus hat am Dienstagmorgen bei der Begegnung mit der Delegation aus Konstantinopel, die unter Leitung von Erzbischof Job (Getcha) zum Patronatsfest der Kirche von Rom in den Vatikan gekommen ist, eine vielbeachtete Festlegung im Hinblick auf die angestrebte Gemeinschaft zwischen katholischer und orthodoxer Kirche getroffen. Wörtlich sagte der Papst: „Die Erfahrung des ersten Jahrtausends, in der die Christen des Ostens und des Westens am selben eucharistischen Mahl Anteil hatten, indem sie einerseits die selben Wahrheiten des Glaubens bewahrten und andererseits die mit der Lehre der Apostel und der ökumenischen Konzilien zu vereinbarenden theologischen, spirituellen und kanonischen Traditionen pflegten, ist ein notwendiger Bezugspunkt und eine Quelle der Inspiration für die Wiederherstellung der vollen Gemeinschaft unter den gegenwärtigen Bedingungen“. Diese Gemeinschaft dürfe aber keine „gleichförmige Uniformität“ sein. Der Austausch der Besuchsdelegationen zwischen den Kirchen von Rom und von Konstantinopel aus Anlass der respektiven Patronatsfeste verstärke den Wunsch nach voller Wiederherstellung der Einheit zwischen Katholiken und Orthodoxen, „die wir in der brüderlichen Begegnung, im miteinander geteilten Gebet und im gemeinsamen Dienst am Evangelium bereits vorauskosten“, unterstrich Papst Franziskus.

Der Papst erinnerte daran, dass vor 50 Jahren – 1967 – die aufsehenerregenden Besuche von Papst Paul VI. im Phanar (im Juli) und von Patriarch Athenagoras I. im Vatikan (im Oktober) stattgefunden haben. Das Beispiel dieser beiden „mutigen und weitblickenden Hirten“ ermutige heute dazu, „auf dem Weg zur vollen Einheit voranzuschreiten“. Er danke Gott, dass er immer wieder Gelegenheit habe, mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. zusammenzutreffen, so Papst Franziskus. Vor kurzem habe er in Kairo wieder die „volle Übereinstimmung“ mit dem Patriarchen von Konstantinopel im Hinblick auf einige Herausforderungen für das Leben der Kirche und der Welt von heute feststellen können.

Im September werde das Koordinationskomitee der internationalen Kommission für den katholisch-orthodoxen Dialog auf Einladung des zuständigen Metropoliten Paisios (Aravantinos) auf Leros tagen, erinnerte der Papst. Er hoffe, dass diese Begegnung „in einem spirituellen Klimas des Hinhörens auf den Willen Gottes“ gute Resultate für die Zukunft des theologischen Dialogs erbringen werde. Dies insbesondere auch im Bewusstsein des Weges, den „viele katholische und orthodoxe Gläubige in verschiedenen Weltteilen bereits jetzt gemeinsam gehen“. (forts mgl)