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Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

Orthodoxe Parlamentarier aus aller Welt tagen in Rom

Treffen mir Papst Franziskus im Zusammenhang der Peter-und-Paul-Feiern

Rom, 28.06.17 (poi) Die „Interparliamentary Assembly on Orthodoxy“ (IAO) – eine Vereinigung von orthodoxen Parlamentariern aus 46 Ländern – hält derzeit in Rom ihre Generalversammlung ab. Am Donnerstag werden die Parlamentarier im Rahmen der Peter-und-Paul-Feiern im Vatikan, die mittlerweile eine starke ökumenische Prägung haben, Papst Franziskus treffen. Der griechische Abgeordnete Kostas Mygdalis sagte als Koordinator der Generalversammlung im Gespräch mit „Radio Vatikan“ wörtlich: „Für uns bedeutet das Treffen in Rom, Parlamentarier aus den orthodoxen Ländern mit Politikern aus der katholischen Welt zusammenzuführen. Gemeinsam sollen wir uns auf unsere Verantwortung besinnen, die sowohl die Gegenwart als auch die Zukunft betrifft. Die neue digitale technische Revolution bietet viele Möglichkeiten, schafft aber auch viel Armut, vieles kann die Gesellschaft nicht kontrollieren. Deshalb sind wir hier nach Rom gekommen, Papst Franziskus bietet uns eine Basis, um uns über diese Probleme mit katholischen Kolleginnen und Kollegen auszutauschen“.

Europa stecke in einer tiefen Krise, die vor allem mit dem Verlust der christlichen Werte verbunden sei, so der Grundtenor unter den in Rom versammelten orthodoxen Parlamentarierinnen und Parlamentariern. Unter den 115 Teilnehmenden der IAO-Generalversammlung seien auch Leute, die es derzeit aus politischen Gründen schwer haben, deutete Mygdalis an. Um so wichtiger sei es, dass es ein auf dem Christentum fußendes Europa gebe: „Das meiste von dem, was Europa ausmacht, beruht auf dem Christentum. Das gilt sowohl dann, wenn man es bezeugen will, als auch, wenn man das verschweigt. Die europäische Geschichte und die europäischen Kultur, die Demokratie stützen sich schlussendlich auf diese christlichen Werte.Wir müssen uns also auf diese grundlegenden Werte zurückbesinnen.“

Die „Interparliamentary Assembly on Orthodoxy“ wurde 1994 in Athen gegründet. Die Vereinigung versteht sich als „permanente Kommunikationsstruktur“ unter den orthodoxen Parlamentariern. Es geht ihr um die „Einheit in Verschiedenheit“ der orthodoxen Christen „auf der Basis der Prinzipien und Werte von Christentum und Demokratie“.

Den Anstoß zur Gründung gab eine im Juli 1993 in Griechenland abgehaltene Tagung über „Die Orthodoxie in der neuen europäischen Realität“. Die Gründungsversammlung fand im November 1994 in Athen statt. Zunächst waren vor allem Parlamentarier aus ost- und westeuropäischen Ländern vertreten, später kamen auch Vertreterinnen und Vertreter aus Nord- und Südamerika, Ozeanien, Afrika und Asien hinzu. (ende)