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Franz König

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Mosul: Syrisch-orthodoxe Thomaskirche blieb äußerlich unbeschädigt

Die Reliquien des Apostels waren unmittelbar vor der Einnahme der Stadt durch die IS-Terroristen in das Kloster Mar Matta übertragen worden

Bagdad, 03.07.17 (poi) In Mosul ist die syrisch-orthodoxe Thomaskirche wie durch ein Wunder erhalten geblieben. Dies berichtet die katholische Nachrichtenagentur „AsiaNews“ unter Berufung auf die Gruppe „Monuments of Mosul in Danger“. An den Außenmauern habe die Thomaskirche kaum einen Kratzer davongetragen, heißt es in dem Bericht. Innen allerdings herrschen Chaos und Zerstörung, die Wände sind mit Parolen beschmiert: Die IS-Terroristen hatten die Kirche zur Militärbasis degradiert. St. Thomas ist höchstwahrscheinlich die älteste Kirche von Mosul. Sie dürfte an der Stelle jenes Hauses stehen, in dem der Heilige Thomas während seines Aufenthalts in Mesopotamien gelebt hatte. Dem syrisch-orthodoxen Metropoliten war es vor drei Jahren gelungen, unmittelbar vor der Einnahme der Stadt durch die IS-Terroristen für die Übertragung der in der Thomaskirche verehrten Thomas-Reliquien in das Matthäus-Kloster (Mar Matta) Sorge zu tragen.

Die Thomaskirche ist nur zwei Parallelstraßen von der Al Nouri-Moschee entfernt, die von den IS-Terroristen im Juni gesprengt worden war. Die Al Nouri-Moschee war während der Herrschaft des seldschukischen Fürsten von Mosul und Aleppo, Nur-ed-din Zengi (118-1174), an Stelle einer Kirche erbaut worden und galt als einer der wichtigsten islamischen Sakralbauten in Mosul. (ende)