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Franz König

Pro Oriente

Maronitische Bischöfe gegen Waffen in Händen der Bürger

Sorge über die Zunahme der Kriminalität im Libanon

Beirut, 06.07.17 (poi) Die Verbreitung von Waffen in den Händen von Bürgern beunruhigt die maronitischen Bischöfe im Libanon. Sie haben an die Behörden appelliert, drastische Maßnahmen zu ergreifen und keinerlei Toleranz oder „politische Deckung“ in diesem Zusammenhang zu üben, weil es um ein „großes Risiko für das Zusammenleben“ in der Zedern-Republik gehe. Die Erklärung der Bischöfe wurde am Mittwoch, 5. Juli, bei ihrer allmonatlichen Versammlung unter dem Vorsitz von Kardinal-Patriarch Bechara Boutros Rai beschlossen und veröffentlicht.

Mit der Verbreitung des Waffenbesitzes gehe auch die Zunahme der Kriminalität Hand in Hand, heißt es in der Erklärung. Dies sei ein alarmierender Faktor in einer Gesellschaft, die „offensichtlich alle moralischen und legalen Hemmungen verloren hat“. Die maronitischen Bischöfe sind auch besorgt über das Umsichgreifen der Korruption. Zugleich würdigen sie die Bemühungen von Präsident Michael Aoun – ein maronitischer Christ – zur Moralisierung des öffentlichen Lebens.

Die Frage des privanten Waffenbesitzes – vor allem auch unter den syrischen Flüchtlingen – beschäftigt die syrische Öffentlichkeit. In der Vorwoche hatte die libanesische Armee in Flüchtlingsquartieren unweit von Arsal an der syrischen Grenze Razzien durchgeführt und dabei 300 Personen festgenommen, von denen viele als Sympathisanten der Dschihadisten verdächtigt werden. (ende)