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Franz König

Pro Oriente

Nuntius im Irak würdigt Bau der neuen Peter-Paul-Kirche in Erbil

Eines der größten christlichen Gotteshäuser im ganzen Nahen Osten – Kurdische Regionalregierung unterstützte den Bau auch finanziell

Bagdad-Erbil, 07.07.17 (poi) Der Apostolische Nuntius im Irak, Erzbischof Alberto Ortega Martin, hat die Errichtung der neuen großen St. Peter-und-Paul-Kirche in Erbil, der Hauptstadt der autonomen kurdischen Region, gewürdigt. Im Gespräch mit „Radio Vatikan“ sagte er, wieder einmal erweise sich, dass die Kirche auf dem Blut der Märtyrer gegründet sei. Der Begriff des Martyriums sei den Christen im Irak sehr nahe, sagte der Nuntius: „Viele von ihnen haben alles verloren, um ihren Glauben weiter leben zu können“. Die Weihe des neuen Gotteshauses in Ankawa (einem christlich geprägten Viertel von Erbil) durch den chaldäisch-katholischen Patriarchen Mar Louis Raphael Sako habe den Menschen neue Hoffnung gegeben.

Nach der militärischen Überwindung der IS-Terroristen müsse man sehen, ob es auch politisch und sozial vorangehe und sich das Land stabilisiere, betonte Erzbischof Ortega Martin: „Wichtig ist, dass die Christen ihren Glauben weiter in ihrem Land, in ihrer Heimat, leben können. Viele wollen auch in ihre befreiten Dörfer zurückkehren, es muss jetzt an Wiederaufbau gedacht werden“. Der Nuntius verwies auf Orte wie Telskof, wo bereits 600 christliche Familien zurückgekehrt seien: Das sei ein Hoffnungszeichen.

Die St. Peter-und-Paul-Kirche in Erbil werde nach der endgültigen Fertigstellung (es sind noch einige Arbeiten zu erledigen) eines der größten christlichen Gotteshäuser im ganzen Nahen Osten sein, sagte Khalid Jamal, der Leiter der christlichen Abteilung im Religionsministerium der kurdischen Regionalregierung, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur „Rudaw“. Die Kirche biete Platz für 1.300 Gläubige, die Bauarbeiten dauerten acht Jahre. Bei der Weihe seien nicht nur viele Christen aus Erbil anwesend gewesen, sondern auch viele vertriebene oder geflüchtete Christen aus den Lagern im Bereich der kurdischen Regionalhauptstadt. Der Bau der St. Peter-und-Paul-Kirche mit auch finanzieller Unterstützung der kurdischen Regionalregierung zeige, dass es Bereitschaft zur Hilfe für die Christen gibt, betonte der chaldäisch-katholische Erzbischof von Erbil, Bashar Matti Warda, im Gespräch mit „Rudaw“. (ende)