Pro Oriente Logo

Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

Metropolit Hilarion war als Dirigent beim Musikfestival in Ravello erfolgreich

Aufführung des „Stabat Mater“ von Pergolesi und eines Hymnus aus der Feder des russischen Bischofs sollte die Verbundenheit der musikalischen Traditionen des Westens und Ostens zum Ausdruck bringen

Rom-Moskau, 01.08.17 (poi) Metropolit Hilarion (Alfejew), der Leiter des Außenamtes des Moskauer Patriarchats, erntete am Sonntagabend beim Musikfestival in Ravello unweit von Amalfi als Dirigent einen großen Erfolg. Der Metropolit, der unmittelbar von der Sommersitzung des Heiligen Synods der russisch-orthodoxen Kirche in St. Petersburg nach Ravello gekommen war, dirigierte das Philharmonische Orchester von Salerno „Giuseppe Verdi“ und den russischen Chor der „Meister des Choralgesangs“, Solistinnen waren die Sopransängerin Swetlana Kasyan (ein russischer aufgehender Stern am italienischen Opernhimmel) und die Mezzosopranistin Agunda Kulajewa. Zu Gehör gebracht wurde das „Stabat Mater“ von Giovanni Battista Pergolesi und ein gleichnamiger Hymnus, den der Metropolit selbst komponiert hat. Die Aufführung beider Hymnen sollte die Verbundenheit der musikalischen Traditionen des Westens und Ostens zum Ausdruck bringen.

Swetlana Kasyan war 2013, als sie gerade mit ihrer Tochter Natalja schwanger war, bei Papst Franziskus in der Domus Sanctae Martae zu Gast. Die russisch-orthodoxe Sängerin war damals tief bewegt vom Segen des Papstes für sie und ihr Kind. Sie selbst war als neunjähriges Mädchen mit ihren Eltern nach den ersten separatistischen Auseinandersetzungen in Georgien als Flüchtlingskind nach Moskau gekommen, wo sie dann ihre musikalische Ausbildung erhielt.

Die Aufführung in Ravello, bei der viele Diplomaten aus Russland und Italien, unter ihnen der italienische Botschafter beim Heiligen Stuhl, Daniele Mancini, anwesend waren, wurde durch die Zusammenarbeit der Moskauer St. Gregorius-Stiftung und der Stiftung „Urbi et orbi“ ermöglicht. Der „Urbi et orbi“-Gründer, der amerikanische Journalist Robert Moynihan, möchte einen Beitrag zur „Begegnung zwischen orthodoxer und katholischer Kirche, zwischen dem russischen und dem amerikanischen Volk“ in einem „nichtpolemischen Kontext wie dem der Musik“ leisten. Eine solche Begegnung könne dazu beitragen, einander besser zu verstehen und Frieden zu stiften.

Metropolit Hilarion, der von 1984 bis 1987 an der Fakultät für Komposition des Moskauer staatlichen Tschaikowskij-Konservatoriums bei Professor A. A. Nikolajew studiert hat, gilt als Schöpfer des neuen russischen musikalischen Genres des Oratoriums auf der Basis liturgischer Texte, in dem er Elemente des russischen liturgischen Gesangs, der barocken Tradition, und der innovativen Impulse russischer Komponisten des 20. Jahrhunderts verbindet. Den in Ravello zu Gehör gebrachten Hymnus hatte er im Jahr 2009 komponiert. (ende)