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Franz König

Pro Oriente

Rumänien erwartet Besuch von Papst Franziskus

Herzliche Begegnung des Präfekten der vatikanischen Ostkirchenkongregation, Kardinal Sandri, mit dem rumänisch-orthodoxen Patriarchen Daniel in Bukarest

Bukarest, 01.10.17 (poi) Rumänien erwartet den Besuch von Papst Franziskus. Der rumänisch-orthodoxe Patriarch Daniel sagte am Freitag bei der Begegnung mit dem Präfekten der vatikanischen Ostkirchenkongregation, Kardinal Leonardo Sandri, zum Abschied: „Sagen Sie dem Heiligen Vater, dass die Einladung an ihn aufrecht ist, den Zeitpunkt möge er entscheiden, aber wir erwarten ihn“. Die Begegnung von Kardinal Sandri mit dem Patriarchen war von großer Herzlichkeit gekennzeichnet. Der Kurienkardinal hatte vor der Begegnung im Patriarchenpalais die Baustelle der neuen Patriarchalkathedrale besichtigt, die dem Apostel Andreas geweiht sein wird und das größte orthodoxe Gotteshaus Europas werden soll. Die Weihe des Altars der Kathedrale werde am 30. November 2018 der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. vornehmen, vertraute Patriarch Daniel dem römischen Kurienkardinal an.

Kardinal Sandri würdigte im Gespräch mit dem Patriarchen auch die für 28. Oktober vorgesehene Sondersitzung des Heiligen Synods der rumänisch-orthodoxen Kirche, bei der des Patriarchen Justinian „und aller orthodoxen Bekenner während der kommunistischen Herrschaft“ gedacht werden soll. Justinian (Marina; 1901-1977) war von 1948 bis 1977 rumänisch-orthodoxer Patriarch. Patriarch Daniel hat zu diesem Gedenken die Oberhäupter aller orthodoxen Kirchen eingeladen, die unter dem atheistischen Kommunismus zu leiden hatten, auch den Moskauer Patriarchen Kyrill I. Der Moskauer Patriarch hat die Einladung angenommen, worüber sich der rumänisch-orthodoxe Patriarch im Gespräch mit Kardinal Sandri sehr erfreut zeigte. Er hoffe, dass dieser Schritt den orthodoxen Kirchen helfe, weitere Gesten der „Communio“ und der Synodalität zu setzen.

Ausführlich sprachen der Patriarch und der Kardinal über die Migranten-Seelsorge, wobei Patriarch Daniel Kardinal Sandri auch für die Gastfreundschaft dankte, die in vielen italienischen Städten von katholischen Pfarrgemeinden den rumänisch-orthodoxen Gemeinden gewährt wird. Der rumänisch-orthodoxe Patriarch erinnerte auch an das Thema „Gastfreundschaft“, das im Hinblick auf die Migranten beim jüngsten ökumenischen Symposion der Gemeinschaft von Bose behandelt wurde. Der Patriarch und der Kardinal stimmten überein, dass in der Emigration der christliche Glaube oft intensiver gelebt werde als in den Ursprungsländern.

Patriarch Daniel berichtete dem römischen Kardinal auch über ein Symposion der rumänischen Akademie der Wissenschaften über die Identität Europas und den Beitrag der Religionen dazu. Dabei sei auch über die Bemühungen der Päpste zur Verankerung der christlichen Wurzeln Europas in der Präambel eines europäischen Verfassungsvertrages gesprochen worden. Es sei „traurig“, dass diese Bemühungen erfolglos geblieben sind, so der Patriarch. Zugleich müsse man mit dem großen rumänischen Denker Mircea Eliade sagen, dass diese Wurzeln „zu tief reichen, um verdeckt werden zu können“. Patriarch Daniel zitierte auch den französischen Theologen und Kardinal Yves Congar, der als erster von den beiden Lungenflügeln, dem östlichen und dem westlichen, des europäischen Christentums gesprochen hatte. Auf dem Hintergrund der Äußerungen des Patriarchen entschloss sich Kardinal Sandri dann, „außer Programm“ seinerseits das Symposion der rumänischen Akademie der Wissenschaften zu besuchen. In einer kurzen Ansprache schilderte Sandri die Situation der katholischen Ostkirchen und die Arbeit seines Dikasteriums. Er verwies darauf, dass unter den Flüchtlingen aus dem Nahen Osten auch viele Christen, „Söhne und Töchter“ der Kirchen in Syrien und im Irak, sind, die der „mitunter müde und im Hinblick auf ihre große Vergangenheit und ihre Mission vergesslich gewordenen Christenheit neuen Enthusiasmus verleihen“. (forts mgl)