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Franz König

Pro Oriente

Maronitischer Patriarch: „Syrische Flüchtlinge bedrohen Stabilität des Libanon“

Flüchtlinge müssen zurückkehren, damit der Libanon seine Aufgabe in der arabischen Welt erfüllen kann

Beirut-Washington, 22.10.17 (poi) Die syrischen Flüchtlinge sind eine „Bedrohung für die Stabilität des Libanon“, sagte der maronitische Patriarch, Kardinal Bechara Boutros Rai, während seines Pastoralbesuchs in den USA bei einem Journalistengespräch in Detroit. Die Präsenz der Flüchtlinge habe sich zu einer „schweren Belastung“ für den Libanon entwickelt, so der Kardinal-Patriarch. Der Libanon müsse zwar die „humanitäre und soziale Solidarität“ mit den Flüchtlingen bewahren, aber deren Zahl entspreche mittlerweile der Hälfte der libanesischen Bevölkerung, sie seien zu einer „demographischen, wirtschaftlichen, politischen, kulturellen und sicherheitspolitischen Gefahr“ für das kleine Land geworden. Die Rückkehr der Flüchtlinge in sichere Zonen Syriens sei eine „Notwendigkeit“. Wörtlich stellte der Patriarch fest: „Als Libanesen ist es unsere Pflicht, unser Land und seine Besonderheit im Interesse von uns allen zu bewahren, damit der Libanon seine Aufgabe in der arabischen Welt erfüllen kann. Deshalb müssen die Flüchtlinge und Vertriebenen in ihr Heimatland zurückkehren“.

Auch der griechisch-orthodoxe Patriarch von Antiochien, Youhanna X., stattet in diesen Tagen seinen Gemeinden in den USA einen Pastoralbesuch ab. Am 24. Oktober wird er – gemeinsam mit dem New Yorker Metropoliten seiner Kirche, Joseph (Zehlawi) - im „Hudson Institute“ in Washington über „Die Zukunft der orthodoxen Christenheit in Syrien und in Amerika“ sprechen. U.a. soll dabei auch der Frage nach der großen Anziehungskraft der Orthodoxie in „westlichen“ Ländern nachgegangen werden (das griechisch-orthodoxe Patriarchat von Antiochien hat in den USA in den letzten hundert Jahren zahllose Konvertiten angezogen). In einer Mitteilung des „Hudson Institute“ wird daran erinnert, dass der seit sechs Jahren andauernde Syrien-Krieg die Existenz der orthodoxen Kirche in ihrer ursprünglichen Heimat bedroht, während es in der Diaspora zu einem Aufblühen kommt. (ende)