Pro Oriente Logo

Die Ökumene muss
weitergehen!

Franz König

Pro Oriente

Abgesandter des iranischen „Revolutionsführers“ beim syrisch-orthodoxen Patriarchen

Wichtige Begegnungen im Patriarchatszentrum in Bab Touma am Vorabend der internationalen Syrien-Friedensgespräche in Genf und Sotschi

Damaskus, 16.01.18 (poi) Eine bemerkenswerte Begegnung fand am Montag im syrisch-orthodoxen Patriarchatszentrum im Damaszener Stadtteil Bab Touma statt: Der syrisch-orthodoxe Patriarch Mor Ignatius Aphrem II. empfing Sayyed Abu al Fadl Tabtabaei, den Abgesandten des iranischen „Revolutionsführers“ Ali Khamenei. Tabtabaei überbrachte Weihnachtswünsche; im Gespräch mit dem Patriarchen ging es laut Kommunique um die „historische Rolle der Christen in Syrien, im Iran und im ganzen Nahen Osten“ sowie um die aktuelle Situation in Syrien. Dabei seien auch die karitativen und sozialen Programme des syrisch-orthodoxen Patriarchats für die notleidende Bevölkerung besprochen worden. An der Begegnung nahmen auch Mor Timotheos Matta Al-Khouri, der Patriarchalvikar für die Erzeparchie Damaskus, und der neue Metropolit der Djazira, Mor Maurice Amsih, teil.

Am Sonntag hatte der Patriarch den für Deutschland zuständigen antiochenisch-orthodoxen Metropoliten Isaac Barakat empfangen. Sowohl die syrisch-orthodoxe Kirche (eine der orientalisch-orthodoxen Kirchen, die seit dem Konzil von Chalcedon von der allgemeinen Kirche getrennt sind) als auch die antiochenisch-orthodoxe Kirche (die zu den fünf ursprünglichen Patriarchaten der byzantinischen Orthodoxie zählt) haben in den letzten 20 Jahren in Deutschland unter den Emigranten aus dem nahöstlichen Raum zahlreiche Gemeinden gebildet. Diese Gemeinden sind zwar kirchlich getrennt, aber durch die gemeinsame Kultur und die gemeinsamen Sprachen (arabisch, aramäisch) verbunden.

Ebenfalls am Sonntag tagten unter dem Vorsitz von Mor Ignatius Aphrem II. in Bab Touma alle in Syrien residierenden syrisch-orthodoxen Erzbischöfe, außer Mor Timotheos Matta Al-Khouri und Mor Maurice Amsih auch Mor Silvanos Petros al-Nemeh (Metropolit von Homs und Hama) sowie in Vertretung des entführten Metropoliten von Aleppo (Mor Gregorios Youhanna Ibrahim) der Raban Boutros Kassis, der als Patriarchaldelegat die Erzeparchie Aleppo verwaltet. Die Bischöfe behandelten die aktuelle Situation in Syrien am Vorabend der internationalen Friedensgespräche in Genf und in Sotschi und die Bemühungen um die Freilassung von Mor Gregorios Youhanna Ibrahim und seines antiochenisch-orthodoxen Amtsbruders Boulos Yazigi. (ende)

Druckversion