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Franz König

Pro Oriente

Russische interreligiöse Delegation bringt Hilfe nach Syrien und in den Libanon

Bei der Verteilung von Hilfspaketen im Damaszener Stadtteil Bab Touma kam es am Montag zu einem Mörserangriff der „Rebellen“, bei dem zwei Todesopfer und drei Verletzte zu beklagen waren

Damaskus, 06.02.18 (poi) Eine Delegation der Syrien-Arbeitsgruppe des russischen Präsidentschaftsrates für die Zusammenarbeit mit den religiösen Organisationen besucht derzeit Syrien und den Libanon, um die humanitäre Hilfe zu intensivieren. Die Gruppe unter Leitung des Mönchs Stefan Igumnow vom Außenamt des Moskauer Patriarchats ist am Sonntag in Damaskus eingetroffen. Auf dem Besuchsprogramm stehen Damaskus, die Bekaa-Ebene im Libanon und Beirut. Vorgesehen sind Treffen mit Repräsentanten der Religionsgemeinschaften, der betroffenen Bevölkerung und der Flüchtlinge, aber auch mit Politikern. Unter den Mitgliedern der Delegation sind der Exekutivsekretär des Präsidentschaftsrates für die Zusammenarbeit mit den religiösen Organisationen, Sergej Melnikow, russisch-orthodoxe, evangeliumschristliche und armenisch-apostolische Vertreter sowie der Leiter des Moskauer Büros der Kaiserlichen Orthodoxen Palästina-Gesellschaft, Sergej Bajdakow.

In Damaskus traf die russische Delegation mit dem Direktor der muslimischen geistlichen Stiftungen („awqaf“) in der syrischen Hauptstadt, Scheich Ahmad Samir al-Kabbani, dem Leiter der Caritas des orthodoxen Patriarchats von Antiochien, Archimandrit Alexis Chehadeh, dem armenisch-apostolischen Bischof der Stadt, Armash Nalbandian, und weiteren christlichen, islamischen und drusischen Persönlichkeiten zusammen. Scheich al-Kabbani würdigte die jüngste Syrien-Konferenz in Sotschi, die „für alle Syrer“ von „großer Bedeutung“ gewesen sei.

Stefan Igumnow unterstrich, dass die Delegation aus Moskau nach Damaskus gekommen sei, um die Solidarität des russischen Volkes mit dem syrischen Volk zum Ausdruck zu bringen und die von den russischen Religionsgemeinschaften gesammelte humanitäre Hilfe zu überbringen. Die Freundschaft zwischen Russen und Syrern müsse jetzt, so Igumnow, durch „Taten der Barmherzigkeit“ und „gemeinsame Anstrengungen zur Wiederherstellung des friedlichen Lebens in Syrien und dem ganzen Nahen Osten“ sichtbar gemacht werden.

Am Montag waren Mitglieder der russischen Delegation gerade dabei, im Damaszener Stadtteil Bab Touma Hilfspakete zu verteilen, als ein Mörserangriff aus den noch immer von „Rebellen“ gehaltenen Stellungen in Ghouta östlich von Damaskus erfolgte. Bei dem Angriff auf das Viertel um die syrisch-orthodoxe Georgskathedrale waren zwei Todesopfer und drei Verletzte zu beklagen. Bab Touma, wo sich die christlichen Kathedralen und die Zentralen der verschiedenen Patriarchate befinden, war bereits im Jänner Ziel von Mörserangriffen aus Ghouta gewesen. Die Angriffe forderten am 22. Jänner neun Todesopfer – fast alles Schüler, die gerade aus der Schule kamen. (forts mgl)

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