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Franz König

Pro Oriente

Schallaburg: „Byzanz und der Westen. Tausend vergessene Jahre“

Sensationelle Ausstellung wird am 17. März eröffnet

St. Pölten, 08.02.18 (poi) Ab 17. März ist die niederösterreichische Schallaburg Schauplatz der Ausstellung „Byzanz und der Westen. Tausend vergessene Jahre“. Die Ausstellung zeichnet die Entwicklung der zutiefst vom Christentum geprägten byzantinischen Kultur nach, die von der Kontinuität des römischen politischen und religiösen Systems, aber auch des Lebensgefühls im oströmischen Reich (offizielle Bezeichnung: Basileia ton Romaion) gekennzeichnet war, während im Westen des römischen Imperiums der Einbruch der Barbaren zu dramatischen Veränderungen führte. Das später – erst in der Zeit der Renaissance – mit dem Titel „Byzanz“ bezeichnete oströmische Reich bildete tausend Jahre hindurch den Gipfelpunkt der christlichen Zivilisation. Die Ausstellung in der Schallaburg zeigt atemberaubende Kunstwerke und bedeutende archäologische Funde aus namhaften Sammlungen wie dem Musée du Louvre, der Schatzkammer von San Marco in Venedig oder dem Israel Museum in Jerusalem.

Ein besonderer Schwerpunkt der Ausstellung in der Schallaburg ist die Reliquienverehrung, die in der westeuropäischen Darstellung seit der Aufklärung oft magisch fehlinterpretiert wird. Für die Christen des Ostens bedeuteten aber Reliquien – Erinnerungsstücke an große Heilige oder wichtige Ereignisse der Heilgeschichte - vor allem eines: Eine Einladung zur Ausrichtung des eigenen Lebens am Programm des Evangeliums. Das gilt auch heute noch. In Konstantinopel, der Hauptstadt des oströmischen Reiches, wurden die kostbarsten Reliquien gesammelt wie die Dornenkrone, Teile des „wahren Kreuzes“ und weitere Schätze. Nach der Plünderung Konstantinopels im Zusammenhang des 4. Kreuzzugs zu Beginn des 13. Jahrhunderts gelangten unzählige Reliquien in den Westen – so sind auch Teile des Wiener Domschatzes byzantinischer Herkunft. Auf der Schallaburg wird ein einzigartiges Kreuznagelreliquiar aus dem Domschatz Essen ebenso erstmals in Österreich zu bestaunen sein wie ein aufwendig gestaltetes Kreuzreliquiar aus dem ungarischen Esztergom. (Infos: Klaus Kerstinger, Tel.: 02742/908 046-652, E-Mail: klaus.kerstinger@schallaburg.at). (ende)