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Franz König

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Katholische Kirche Italiens will umfassende Friedensinitiative für Syrien und Mittelmeer-Raum in Gang setzen

Vorsitzender der Bischofskonferenz, Kardinal Bassetti, orientiert sich an den Papstworten vom Frieden als „handwerkliche Arbeit“, die Leidenschaft, Geduld, Erfahrung, Entschlossenheit verlangt

Rom, 20.04.18 (poi) Die katholische Kirche in Italien will eine umfassende, auch spirituell fundierte Friedensinitiative für Syrien und den Mittelmeerraum in Gang setzen. Dies geht aus einer Erklärung des Vorsitzenden der Italienischen Bischofskonferenz (CEI), Kardinal Gualtiero Bassetti, hervor, die von der Nachrichtenagentur SIR veröffentlicht wurde. Angesichts des Besorgnis erregenden Szenarios im Mittelmeerraum sei die Notwendigkeit noch drängender, die Kirche in Italien in eine Friedensinitiative einzubeziehen, schreibt der Kardinal. Dabei gehe es nicht um ein isoliertes Einzelereignis, sondern um die Verteidigung des „kostbaren und zerbrechlichen Gutes des Friedens“ und um den Schutz der menschlichen Würde an allen Orten.

Nach den Worten von Papst Franziskus sei der Friede eine „handwerkliche Arbeit“, die Leidenschaft, Geduld, Erfahrung, Entschlossenheit verlangt, so Bassetti. Jetzt sei der Augenblick gekommen, das ganz ernst zu nehmen und Initiativen der Begegnung und des Austausches zu entwickeln – in der Überzeugung, dass jeder Blick über den eigenen Horizont hinaus Kraft gibt, auch die Probleme „zu Hause“ zu lösen.

Der Mensch, der in der Parabel vom Barmherzigen Samariter auf dem Weg von Jerusalem nach Jericho von den Räubern niedergeschlagen wird, habe heute ein Gesicht, schreibt der Vorsitzende der Italienischen Bischofskonferenz: Es sei das Gesicht der Millionen Syrer, die Inlandsvertriebene oder Flüchtlinge in den Nachbarländern sind, jener Millionen in dem vom Krieg heimgesuchten Land, denen es an Wasser, Nahrung und Medikamenten mangle, jener 27.000 getöteten Kinder in Syrien und jener unzähligen anderen Minderjährigen, denen man die Zuneigung der Familie, die Schulbildung, die Kindheit geraubt habe.

Die schwarze Fahne der IS-Terroristen sei einzogen worden, aber das Blutbad an den Schuldlosen gehe weiter, so Bassetti. Es gehe weiter unter Einbeziehung der Großmächte, die keine „gemeinsame Aktion zu Gunsten des Friedens in Syrien und in anderen Regionen“ zustande zu bringen, obwohl „die internationale Gemeinschaft entsprechende Instrumente zur Verfügung hat, wie es Papst Franziskus am 15. April ausgedrückt habe.

Der CEI-Vorsitzende bezeichnet die Worte des Apostolischen Nuntius in Damaskus, Kardinal Mario Zenari, als prophetisch, der im März die Gefahren einer Situation geschildert habe, die auf syrischem Territorium von den Aktivitäten der stärksten Armeen der Welt mit sehr nahe beieinander liegenden „roten Linien“, von syrischen, russischen, israelischen Kampfflugzeugen und Maschinen einer von den USA geführten 60-Staaten-Koalition geprägt sei. (ende)

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