PRO ORIENTE BEIM PAPST Auch zu Gast bei den Kardinälen Kasper und Moussa Daoud in Rom
Papst Benedikt XVI. hat im Rahmen seiner Generalaudienz am 22. Februar die 12 Mitglieder der PRO ORIENTE-Syriac Commission (Kommission der 9 Kirchen syrischer Tradition) persönlich begrüßt. Anwesend waren ebenfalls PRO ORIENTE-Präsident Dr. Johann Marte, sein Vize Abt Gregor Henckel-Donnersmarck sowie drei weitere Vertreter des Vorstandes.
Anlaß des Rombesuchs war auch das 20. - und letzte –Zusammentreffen der Syriac Commission. Sie hat nun ihre Arbeit, nach 12jähriger fruchtbarer Tätigkeit, erfolgreich abgeschlossen: die theologisch-wissenschaftlichen Ergebnisse ihrer inoffiziellen Sitzungen sind in diesem Zeitraum in sechs PRO ORIENTE-Publikationen auf englisch, französisch und arabisch erschienen.
Einen regen Gedankenaustausch hatte PRO ORIENTE mit Kardinal Kasper (Präsident des Päpstlichen Rates für die Förderung der Einheit der Christen) über die derzeitige Situation der Ökumene mit den Ostkirchen in den verschiedenen Ländern. Die Stiftung informierte sich auch über den Stand der offiziellen Dialoge mit der Orthodoxie bzw. den orientalisch-orthodoxen Kirchen. Kardinal Kasper wiederum begrüßte besonders jene Projekte von PRO ORIENTE, die sich mit der sog. „Reinigung des Gedächtnisses“ (Papst Johannes Paul II.) auseinandersetzen, d.h. die den Abbau historisch gewachsener Vorurteile zum Ziel haben: etwa die schmerzhaften Kapitel der kirchlichen Unionen von Siebenbürgen (1697-1761) und von Brest (1590-1654). Der Kardinal schätzte das akademische Niveau der Tätigkeit von PRO ORIENTE - ein wertvoller Baustein für ein verstärktes Zusammengehörigkeitsgefühl der einzelnen christlichen Kirchen. Mit ihm wurden ebenfalls inhaltliche und methodische Fragen zukünftiger Herausforderungen der Stiftung erörtert.
Ein Gespräch fand auch mit Kardinal Moussa Daoud (dem Präfekten der Päpstlichen Ostkirchenkongregation) über die Situation der katholischen Ostkirchen statt. PRO ORIENTE sprach sich für die Anliegen der derzeit durch die aktuelle politische Situation sehr gefährdeten Ostkirchen in den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens aus. Sie machte sich zu ihrem Fürsprecher und beteuerte, das Netzwerk ihrer Kontakte weiterhin auszubauen. Abschließend führte der Stiftungsvorstand ein ausführliches Fachgespräch mit dem Jesuitenpater Hector Vall Vilardell, Rektor des Päpstlichen Orientalischen Instituts. Mit Dekan Farrugia SJ wurde eine wissenschaftliche Kooperation mit PRO ORIENTE und der Universität Salzburg (Dr. Dietmar Winkler, Prof. für Kirchengeschichte) in Aussicht genommen. |