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Wenn die großen nichts
machen, dann sollen die
kleinen beginnen.

Kardinal Franz König

Pro Oriente

Benefizvortrag (Juni)

Syrien : Ein Krieg bedroht uraltes Weltkulturerbe

PRO ORIENTE Salzburg, Fachbereich Altertumswissenschaften /Archäologie und ZECO – Zentrum zur Erforschung des Christlichen Osten/Fachbereich Bibelwissenschaft und Kirchengeschichte (Universität Salzburg) luden den Experten, Univ.-Prof. Dr. Andreas Schmidt-Colinet , am 18. Juni, zu einem Benefizvortrag mit anschließender Diskussion in den Hörsaal 101, der Katholisch-Theologischen Fakultät .

Der Andrang zu diesem Vortrag war groß. Das Thema, fundierte Informationen aus erster Hand zu erhalten, lockte( auch PRO ORIENTE ferne) Zuhörer an.
Prof. Dr. Aho Shemunkasho eröffnete mit ernsten Worten zur Lage in Syrien. Eine menschliche Tragödie findet statt. Darauf nahm Stefan Maier, Nahostreferent der Caritas Salzburg, Bezug. Gerade aus dem Krisengebiet, dem Libanon zurückgekommen, schilderte er drastisch aber klar, unter welch inhumanen Umständen, die ca. 1.300.000 syrischen Flüchtlinge Libanon zu leben haben. Überforderung der Hilfskräfte, reduzierte Finanzmittel seitens internationaler Organisationen, Schulbildung unzureichend, Perspektivlosigkeit, waren die Inhalte einer immer länger werdenden Liste von Unzulänglichkeiten. Dem Spenden Aufruf für die gezielte Caritas Flüchtlingshilfe kamen im Anschluss an den Vortrag viele Zuhörer nach.
Mitveranstalter a.o. Prof. Mag. Dr. Claus Reinholdt , Fachbereich Altertumswissenschaften/Archäologie, führte thematisch zur nächsten Tragödie über: der Vernichtung wichtigster und schönster Kulturgüter in dem Landstrich zwischen Mittelmeer und Euphrat, die Auslöschung der Spuren von Mesopotamien, der Römer, von Menschen, denen es gelang unterschiedliche Kulturen und Religionen zu pflegen und zu leben. Dieser Wertschätzung schloss sich Schmidt-Colinet an.
So fanden Zivilisation Zentren Erwähnung, wie: Apamea, einer Seleukiden Stadt. Von neuem wiedergegründet um 300 v. Chr., die zu einem geistigen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Zentrum, reich an schönen Bauten erblühte, bald 100.000 Einwohner zählte, und heute, dominiert hier Schutt und Tristesse.
Auch Aleppo, öfters verstanden als die älteste Stadt der Welt, in derer Nähe z.B. Simeon als erster christlicher Säulenheiliger, im fünften Jahrhundert wirkte, entging der Zerstörung nicht. Palmyra , die antike Oasenstadt, Perle der syrischen Wüste, befindet sich in den Fängen des IS, der keine Gnade weder für Menschen, noch dem Kulturerbe kennt.
Grab Schändungen, Zerstörungswut, wie soll das weitergehen? Schmidt –Colinet konnte keine Vorschau geben. Sein größter Wunsch, das menschliche Leid möge enden. Die Ärchologie ist so gut aufgestellt, dass das Kulturerbe wiederaufgebaut werden könne. Seine plastischen, profunden Schilderungen zur Lage in und um Syrien, waren zudem Basis für eine leidenschaftlich geführte Diskussion im Anschluss.


Referent: Andreas Schmidt-Colinet war Professor für Klassische Archäologie München/Wien. Er baute die syrische Zweigstelle des deutschen Archäologischen Instituts(DAI) in Damaskus auf, leitete 30 Jahre lang die Ausgrabungen in Palmyra. Gastprofessuren in Paris, Besancon, Warschau, Mainz, Neuchatel. Von 1996-2010 lehrte er als Professor für klassische Archäologie an der Universität Wien.

Dr.in Astrid Aufschnaiter und Univ.-Prof. Dr. Aho Shemunkasho PRO ORIENTE Sektion Salzburg

Sektion: Salzburg