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Wenn die großen nichts
machen, dann sollen die
kleinen beginnen.

Kardinal Franz König

Pro Oriente

Begegnungsreise (August/September)

Orthodoxie in der Europäischen Union

Am 14. Oktober 1915 trat das Zarenreich Bulgarien unter Ferdinand I. an Österreich-Ungarns Seite in den Ersten Weltkrieg ein. Die orthodoxe Kirche Bulgariens kann aber auf eine viel längere Geschichte aufweisen. Diese Geschichte zu erkunden war Ziel einer Reise der PRO ORIENTE Sektion Linz nach Bulgarien

Unter der Leitung der Bulgaro-Österreicherin Mag. Jordanka KRETSCHMAR führte die Reise zuerst in die Hauptstadt Sofia, das antike Serdika, wo neben thrakischer, römischer und osmanischer auch die jüngere bulgarische Geschichte ab 1878 beleuchtet wurde. Die beiden Höhepunkte waren naturgemäß der Besuch der Aleksander Newski-Kathedrale, dem Sitz des bulgarisch-orthodoxen Patriarchen, und der Georgskirche im Hof des Präsidentenpalastes, der ein antikes Baptisterium war.
Zweite Station der Reise war das Welterbe Rila-Kloster, von wo aus es zum an der griechischen Grenze gelegene Dorf Melnik im gleichnamigen südbulgarischen Weingebiet weiterging. Von dort führte der Weg in die ehemalige ostrumelische Hauptstadt Plovdiv, wo wir Ausgrabung frühchristlicher Basiliken und wertvolle Zeugnisse des blühenden Lebens armenischer Christen in Bulgarien fanden.
Über den Schipka-Pass, an dem eine russisch-orthodoxe Kirche an die 200 000 Gefallenen der russischen und rumänischen Truppen erinnert, die 1878 mit bulgarischen Freiwilligen gegen das osmanische Reich kämpften und die Unabhängigkeit zumindest Nordbulgariens erfochten, führte der Weg in den Norden.
Die mittelalterliche Hauptstadt des ersten bulgarischen Reiches, Veliko Tarnovo, mit ihrer beindruckenden Festungsanlage leitete auf der anderen Seite des Balkangebirges über zu den tiefergelegenen, fruchtbaren Ebenen. Schließlich konnten wir nach dem Besuch des Iwanovo-Höhlenklosters die direkt an der Donau gelegene Stadt Ruse erreichen, in der sich bis 2014 die einzige Brücke zwischen Bulgarien und Rumänien befand. Die reiche Hafen- und Werftstadt Ruse konnten wir zu Land und per Schiff auch zur See besichtigen.
Die letzte Station der Reise war die Hafenstadt Varna am Schwarzen Meer. Neben Markt, Altstadt und Konstantin-und-Helena-Strand warteten wiederum zwei Höhepunkte, die Kathedrale und das Marinemuseum auf die neugierigen Reiseteilnehmenden.
Bleibende Eindrücke der Kameradschaft, der orthodoxen Tradition und des reichen Kulturlebens in Bulgarien ergänzten die Erfahrung herzlicher Gastfreundschaft und tiefer historischer Verbundenheit. Die Reise wurde in Kooperation mit der Militärpfarre an der Heeresunteroffiziersakademie durchgeführt.


Sektion: Linz