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Wenn die großen nichts
machen, dann sollen die
kleinen beginnen.

Kardinal Franz König

Pro Oriente

Konfrenz für Studierende (Dezember)

Christentum im Nahen Osten

Von 9. bis 12. Dezember 2015 fand im Kardinal König Haus die internationale Konferenz zum Christentum im Nahen Osten, unter dem Titel „Ecumenism in the Middle East: Past und Present“, statt.

Die Konferenzteilnehmenden mit den Referierenden u

Im Mittelpunkt der Konferenz, die gemeinsam von PRO ORIENTE und dem Institut für ostkirchliche Studien der Radboud-Universität Nijmegen (Niederlande) organisiert wurde, stand das Christentum im Nahen Osten, das von orthodoxe, orientalisch-orthodoxe, mit Rom unierte und protestantische Kirchen geprägt ist. Das Ziel der Veranstaltung war, das Wissen über die lange Tradition des ökumenischen Denkens innerhalb der Kirchen dieses Raumes unter Studierenden theologischer Fakultäten in (Ost-)Europa zu verbreiten. Dieses Denken ist geprägt von immer wiederkehrenden Ängsten um die eigene kirchliche Existenz sowie die Bedeutung eines gemeinsamen authentischen christlichen Zeugnisses, welches auch zu Überwindungen von Trennungen führen kann.
Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer verschiedener kirchlicher Denominationen aus Griechenland, Österreich, Rumänien, der Ukraine und Russland waren in Wien anwesend. Es referierten Prof. Dr. Hermann Teule (University of Nijmegen and Louvain), Prof. Dr. Dietmar Winkler (Zentrum zur Erforschung des christlichen Ostens, PRO ORIENTE-Sektion Salzburg), Dr. Antony O’Mahony (Heythrop College, University of London) und Prof. Dr. Helena Murre van den Berg (University of Nijmegen).

Die Konferenz wurde in zwei thematische Blöcke gegliedert. Der erste Themenblock widmete sich der Geschichte der Trennungen und Entstehung des ökumenischen Denkens innerhalb des orientalischen Christentums, der rechtlichen Lage der Christen unter islamischer Herrschaft in den Jahrhunderten und der Signifikanz der griechischen Philosophie als MIttel der Verständigung christlicher und islamischen Wissenschaftler, sowie der Erfahrung von Begegnungen zwischen West- und Ostchristen in der Zeit der Kreuzzüge.
Im zweiten Themenblock wurden die Auswirkung des Konzils von Trient und der katholischen Orden auf die kirchliche Landschaft des Nahen Osten, die Rolle der katholischen (Ost-)Kirchen im Nahen Osten, die Missionstätigkeit der protestantischen Kirchen in dieser Region und schließlich die Identitätsbildung der orientalischen Kirchen als „Diasporakirchen“ im Westen erläutert.
Während des abschließenden Meinungsaustausches wurde von den Konferenzteilnehmerinnen und -teilnehmer die Bedeutung solch wissenschaftlich-ökumenischer Tagungen, als „Schule des Dialogs“ betont, für dessen Funktionieren u.a. wichtig sei, den Blick auf die Vielfalt der christlichen Traditionen zu richten.

Khrystyna Fostyak


Sektion: Wien