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Wenn die großen nichts
machen, dann sollen die
kleinen beginnen.

Kardinal Franz König

Pro Oriente

CEEPUS Sommer-Schule (September)

Nationalism and Populism as Challenges for European Unity

13. -22. September 2015, Breslau (Wrocław, Polen)
Die Sommer-Schule des CEEPUS Netzwerkes mit dem Titel „Populism and Nationalism as challenges for European Unity“ wurde vom Institut für Politologie der Universität Breslau in Kooperation mit dem Institut für Sozialethik der Universität Wien organisiert und fand von 13. bis 22. September 2015 in Breslau (Wrocław, Polen) statt. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Ingeborg Gabriel und Prof. Dr. Piotr Sula wurden ProfessorInnen und Studierenden verschiedener Länder eingeladen (Italien, Russland, Tschechien, Rumänien, Slowakei, Ukraine, Makedonien, Serbien).

Die Universität Breslau mit den Fakultäten für Philosophie und Theologie wurde von Jesuiten im 18.Jh. gegründet. Während der Exkursion mit Prof. Dr. Adam Jezierski konnten die Studierenden vom Universitätsgebäude aus einen Blick über die Dächer der Stadt genießen. Im Breslau existiert ein „Viertel der Toleranz“, in dem die russisch-orthodoxe Kirche neben der protestantischen Kirche und der Synagoge steht. Katholische Kirchen sind überall in der Stadt zu finden.
Prof. Dr. Piero Ignazi von der Universität Bologna hielt ein Referat zum Thema „Europe: The new scapegoat of populist parties“ und legte darin die Bedeutung der Trennung zwischen Elite und Volk dar.
Dieses Thema wurde in der Vorlesung von Dr. Sorina Cristina Soare von der Universität Florenz fortgesetzt. Sie zeigte, dass auch andere Gegenüberstellungen neben Elite und Volk in den Reden von Populisten aufgegriffen werden, z. B. Kirche und Staat, Dorf und Stadt, Besitzer und Arbeiter. Es schloss sich eine Diskussion über die Bedeutung religiöser Werte in der heutigen Gesellschaft an. Am Ende dieser Vortragseinheit hielt Dr. Giorgia Bulli von der Universität von Florenz einen Vortrag über politische Metaphern. Prof. Dr. Piotr Sula stellte den Populismus in Reden und Taten der heutigen polnischen und ungarischen Politiker dar.
Prof. Dr. Jan Sokol von der Universität in Prag sprach über „The European Idea of Nation“. Er verwies darauf, dass die christliche Kirche eine universale Gesellschaft darstelle, die alle Trennungen und Spaltungen überwinde. Er verdeutlichte dies an folgendem Beispiel: Wenn ChristInnen ins Ausland reisen und dort eine christliche Kirche betreten, verstehen sie, dass anders gesprochen wird und erleben trotzdem Zusammengehörigkeit, da sie alle Anteil haben am Leib Christi.
Prof. Ingeborg Gabriel bezeichnet in ihrem Vortrag „European Nationalisms and their ethical implications“ den „Nationalismus“ als das größte Missverständnis in der heutigen Gesellschaft, das die „Konstruktion“ von verschiedenen Nationen nicht bemerkt. Sie unterstrich die Bedeutung der Religion als das wichtigste Element der Entstehung von „Nationen“.
Ein wichtiges Element der Sommer-Schule ist auch die Präsentation von wissenschaftlichen Beiträgen von Studierenden. U.a. präsentierte Daria Otto von der Universität Wien das Thema "What does it mean to be Roman and Christian simultaneous? (Distinction between the ideas of Eusebius of Caesarea and Ambrose of Milan)". Ihre Teilnahem wurde von PRO ORIENTE unterstützt.
Im Rahmen des Begleitprogrammes besuchten die Teilnehmenden auch das Museum des Konzentrationslagers Gross-Rosen. Diese Erfahrung konnten die Studierenden nur mit Schweigen beschreiben.
Auch die während der Sommer-Schule sehr aktuelle Flüchtlingsthematik begleitete die Diskussionen der Teilnehmenden.
Bericht: Daria Otto

Sektion: Wien