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Wenn die großen nichts
machen, dann sollen die
kleinen beginnen.

Kardinal Franz König

Pro Oriente

Kommission für südosteuropäische Geschichte (Oktober)

Wer dachte wann, warum und wie im Südosten des Kontinents über „Europa“?

Am 24. Und 25. Oktober 2016 fand eine internationale Tagung der Kommission für Südosteuropäische Geschichte der Stiftung PRO ORIENTE statt, die diesem Themenkomplex gewidmet war.

Referende aus Rumänien, Griechenland, Bulgarien, Kroatien, Serbien und Österreich trafen sich im Bildungshaus Graz-Mariatrost, um in vier Sektionen dem Thema nachzugehen. Wer waren die Leitfiguren der Positionierung pro oder contra Europa (vorwiegend im Sinn des sog. „Westens“)? Welche Konzepte bestanden, die das Verhältnis zu „Europa“ – sowohl in der Bedeutung des Lagers der ‚Anderen‘ als auch der Vision für eine größere Gemeinschaft, in der die Gesellschaft der südosteuropäischen Länder eines Tages integriert sein könnten – beeinflusst haben? Wie sind diese Konzepte aufgegangen oder nicht, und wenn nicht, warum nicht? Welches zeitgenössische Echo fand diese Herausforderung, deren älteste Wurzeln bereits auf das Spätmittelalter zurückgehen und die erst ab der Ära des Kommunismus neue Facetten bekommt?
Der Abendvortrag am Ende des ersten Tagungstages von Univ.-Prof. Dr. Florian Bieber im Rathaus der Stadt Graz widmete sich dem Thema aus der Perspektive der Gegenwart und hat symbolisch die Brücke zu den „historischen“ Konferenzdebatten geschlagen, die schwerpunktartig dem „langen 19. Jahrhundert“ gegolten haben. Das Ergebnis ist ein doppeltes: auf der einen Seite sind viele Aspekte, die in dem Themenkomplex stecken, aufgetaucht, auf der anderen Seite wurden auch viele neue Fragen offenbar, die noch zu klären sein werden.

Bericht: Univ.-Prof. Dr. Harald Heppner

Sektion: Graz