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Wenn die großen nichts
machen, dann sollen die
kleinen beginnen.

Kardinal Franz König

Pro Oriente

Internationale Liturgie-Konferenz in Linz (Februar)

Liturgie als Chance und Herausforderung für die Ökumene

Unter diesem Titel stand eine von PRO ORIENTE, der Katholischen Privat-Universität Linz (KU-Linz) und der Universität Wien / Institut für historische Theologie, Liturgiewissenschaft und Sakramententheologie veranstaltete Konferenz.

Domführung mit Dr. Maximilian StrasserLiturgie TeilnehmnedeLiturgie Linz TeilnehmendeLiturgie Linz AbendlobLiturgie Linz BegrüßungLiturgie Linz MorgenlobProf. Basilius GroenLiturgie Linz ökumenisches AbendlobLiturgie Linz Workshopgruppe 1Liturgie Linz Workshopgruppe 2Liturgie Linz Workshopgruppe 3

25 WissenschaftlerInnen aus Rumänien, Indien, den USA, Deutschland, den Niederlanden und Österreich kamen zusammen, um über Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Gottesdienstfeiern zu diskutieren. Zentral war auch die Frage, wie ökumenisch Gottesdienst gefeiert werden könne. Die vier großen kirchlichen Traditionsfamilien, katholisch, orthodox, orientalisch-orthodox und evangelisch, praktizieren dies bereits an unterschiedlichen Orten auf verschiedene Weisen. Z. B. gibt es gerade in Deutschland eine lange Tradition das Stundengebet gemeinsam zu beten, nicht zuletzt entwickeln sich solche Initiativen aufgrund konkreter Erfahrungen an der kirchlichen Basis. Viele der Teilnehmenden sind im priesterlichen Dienst aktiv und sehen die liturgischen Vollzüge der Kirche als maßgeblich für die Wiederherstellung der vollen und sichtbaren Gemeinschaft der Kirchen an.
Vorträge hielten die evangelische Priesterin Dr. Dorothea Haspelmath-Finatti aus Wien, der aus Indien stammende Priester Father Baby Varghese und die katholische Theologin Dorothea Sattler aus Münster, deren Vortrag von Prof. Harald Buchinger vorgetragen wurde. In einem weiteren Schritt wurden in drei Gruppen (historisch, systematisch, praktisch) neue wissenschaftliche Forschungsergebnisse präsentiert, die eine ökumenische Annäherung bedeuten können. Impulse gaben: Dr. Irene Mildenberger vom Augustinerkloster in Erfurt, der syrisch-orthodoxe Bischof Mor Polycarpus Augin Aydin aus den Niederlanden, der junge koptisch-orthodoxe Theologe Ramez Mikhail aus den USA, der deutsche Prof. Reinhard Thöle, der rumänisch-orthodoxe Wissenschaftler Alexandru Ionita, der griechisch-orthodoxe Priester aus Mannheim Georgios Basioudis sowie die Universitätsassistenten Liborius Lumma aus Innsbruck(verlesen), die wissenschaftlichen Leiter der Konferenz Predrag Bukovec aus Wien und Florian Wegscheider aus Linz.
Drei große Themenkreise für eine weitere gemeinsame Bearbeitung konnten herausgearbeitet werden: Heiligenverehrung in den Traditionen als gemeinsame Herausforderung, das eschatologische Moment der Liturgie wahr und ernst nehmen, Liturgie und Inkulturation als ein andauernder Prozess.
Förderer dieser Konferenz waren: die Liturgischen Institute der Katholisch-Theologischen Fakultäten in Salzburg, Graz und Innsbruck sowie das Institut für Religion und Frieden der katholischen Militärseelsorge Österreich. Für Idee und Konzept verantwortlich sind: Regina Augustin, Leiterin des Generalsekretariates von PRO ORIENTE, Predrag Bukovec, Univ.-Ass an der Universität Wien, Florian Wegscheider, Univ.-Ass. an der KU-Linz, Daniel Galadza ,Univ.-Ass. an der Universität Wien, Stefan Gugerel, Institut für Religion und Frieden, Dorothea Haspelmath-Finatti, evangelische Pastorin.
Im Rahmen eines öffentlichen Abendvortrags an der KU-Linz stellte der Grazer Liturgiewissenschaftler Basilious J. Groen die bekannten Theorien für ein gemeinsames Osterdatum der Kirchen und die traditionell gewachsenen Hindernisse dar. Diese über Jahrhunderte gewachsenen Vorbehalte zwischen den Kirchen stehen einer Einigung häufig im Weg. Jedoch gibt es positive und vielversprechende theoretische Ansätze und praktische Beispiele für eine Einigung. Z. B. wird in Teilen Indiens bereits Ostern am selben Termin gefeiert. Natürlich bildet dies eine Ausnahme. Deutlich wird aber, dass es möglich ist, sich zu einigen, wenn die äußeren Umstände es verlangen. Gerade auch Papst Franziskus und der koptisch-orthodoxe Papst Tawadros II. thematisieren die Frage nach einem gemeinsamen Osterdatum immer wieder und immer öfter. Besonders für konfessionsverschiedene Familien würde es eine deutliche Erleichterung bedeuten, wenn die hohen Festtage der Kirche (zumindest zeitlich) gemeinsam gefeiert werden könnten.
Die Konferenz wurde begleitet vom gemeinsamen Abend- und Morgenlob.
PRO ORIENTE-Präsident Johann Marte betont, dass die Gemeinschaft, die im Rahmen dieser Konferenz bereits sichtbar geworden ist, ein positives Signal für alle Kirchen und die Gläubigen sein kann.