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Wenn die großen nichts
machen, dann sollen die
kleinen beginnen.

Kardinal Franz König

Pro Oriente

Ökumene in der Schweiz (April)

Freiburg, Bossey, Genf

Anlässlich des 50-Jahr-Jubiläums der Gründung des Orthodoxen Zentrums des Ökumenischen Patriarchats in Chambesy verbrachte der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. einige Tage in der Schweiz und wurde vom Institut für Ökumenische Studien an der Universität Freiburg (Schweiz/ http://www.unifr.ch/iso/de) eingeladen, einen öffentlichen Vortrag zu halten.

Zur Begegnung mit Patriarch Bartholomaios war auch Generalsekretärin Dr. Regina Augustin nach Fribourg eingeladen. Sie nutzte die Gelegenheit auch, um das Ökumenische Institut von Bossey (http://institute.oikoumene.org/en/index?set_language=en) zu besuchen sowie Gespräche mit Vertreterinnen des Ökumenischen Forums christlicher Frauen in Europa (http://www.efecw.net/) zu führen.
Am 24. April sprach der Ökumenische Patriarch Bartholomaios in Freiburg sich ganz klar für einen Dialog der orthodoxen Kirche mit den anderen christlichen Kirchen, den Religionen sowie Wissenschaft und Gesellschaft aus. Er betonte: „Der wahrhafte Dialog ist eine Gabe Gottes. (…) Der Dialog ist die grundlegende Erfahrung im Leben, von Kindheit an, während der Erziehung bis zum reifen Alter. Der Dialog ist auch das wirksamste Kommunikationsmittel für die Lehrenden und die Prediger. Der Dialog fördert Wissen und Wissenschaft, offenbart die Wahrheit und die Gefühle, hebt Furcht und Vorurteile auf, pflegt die Verbundenheit und erweitert den Horizont. Der Dialog bereichert, und wer den Dialog verweigert, bleibt ärmer zurück.“
Anhand verschiedener Beispiele verdeutlichte er seine persönliche Einstellung. Als Dank für seine Bemühungen und sein Engagement erhielt er von der Universität eine Glasabbildung Heiligen Nikolaus, dem auch die katholische Kathedrale in Fribourg geweiht ist. Dort befindet sich auch eine Reliquie des Heiligen, die am Beginn der Feierlichkeiten von den Gläubigen im Rahmen einer Vesper verehrt wurde.
In Bossey traf Dr. Augustin die Dekanin des Institutes Pfarrerin, Dr. Dagmar Heller, die auch am diesjährigen PRO ORIENTE-Summer Course teilnehmen wird. Neben der Lage des Chateau de Bossey beeindruckte auch das akademische Programm des Institutes. Als „Luxus“ erschien Dr. Augustin das Programm in Bossey, das Studierenden aus aller Welt ermöglicht ökumenische, Erfahrungen zu sammeln. Jährlich werden nur 10 Master-Studierende aufgenommen. Die Arbeit in Kleingruppen wird von den Teilnehmenden sehr geschätzt. Ein wichtiges Element des gemeinsamen Lebens in Bossey ist auch das Morgengebet, das von den Studierenden abwechselnd gestaltet wird. Eine Reise nach Rom in der Einheitswoche, um den Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen zu besuchen, ist für viele ein Höhepunkt des Programms.
Im Gespräch mit Pfarrerin Dr. Roswitha Golder vom Ökumenischen Forum Christlicher Frauen in der Schweiz erfuhr Dr. Augustin wichtige Informationen über die südamerikanische Migrationsgemeinde in Genf. Die größte Gruppe der regelmäßigen GottesdienstteilnehmerInnen sind Frauen, die vor allem als Hausangestellte in der Schweiz – oft unter sozial schwierigen Bedingungen – arbeiten. Viele Menschen ohne Papiere („sans-papiers“)wenden sich in Notlagen an Kirchen und kirchliche Einrichtungen, wertvolle Arbeite leistet hier der Verein RECIF in Neuchatel.
Darüber hinaus gewann Dr. Augustin einen Eindruck von der ökumenischen Landschaft rund um Genf, wo auch die großen ökumenischen Einrichtungen ansässig sind, wie z. B. der Weltkirchenrat (WCC).
Deutlich wurde im Rahmen der Reise wieder einmal, an wie vielen Ecken und Enden ökumenische Arbeit auf vielfältige Weise geleistet wird.

Sektion: Wien